Gutachter: "Life Haus" war schon 2005 überschuldet
Im Konkursverfahren gegen die einstige Firma Life Haus wird es nun spannend: Laut Gutachten war schon 2005 die Kasse leer. Jetzt droht riesiger Betrugsprozess.
Offene Forderungen in Höhe von 10,8 Millionen Euro - das ist die aktuelle Zwischenbilanz im Konkursverfahren gegen die SKT Bauträger- und Immobilien-GmbH. Wie berichtet ging diese Firma, die seit 1993 unter der Marke "Life Haus" bekannt wurde, im Februar 2007 in Konkurs. Und erst dieser Tage meinte der langjährige Firmenchef Andreas B. im Kleine-Zeitung-Interview, der Konkurs wäre vermeidbar gewesen und sei ausschließlich seinen Nachfolgern anzulasten.
Überschuldung bereits 2005 eingetreten. In völlig anderem Licht stellt sich die Affäre aber im jüngsten Gutachten des Wiener Gerichtssachverständigen Gerhard Altenberger dar. Er hat im Auftrag von Staatsanwalt Konrad Kmetic die Firma akribisch durchleuchtet und kommt zu dem Ergebnis, dass die Überschuldung schon im vierten Quartal des Jahres 2005 eingetreten sei. Spätestens damals hätte die Geschäftsführung die missliche Lage erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten müssen.
Firmensitz verlegt. Bedeutsam ist dies deshalb, weil die Firma ein Jahr später, im Oktober 2006, völlig umgekrempelt wurde: Der Name wurde von Life Haus auf "SKT" geändert, der Firmensitz von Graz nach Wien verlegt, Andreas B. schied als Geschäftsführer und Alleineigentümer aus. Statt seiner traten die niederösterreichische SK Treuhand GmbH sowie die Geschäftsmänner Josef H. (59) und Erwin L. (46) auf den Plan. Die Tätigkeit wurde fortgesetzt.
Verwischung von Spuren. Stimmt die Auffassung, dass die Life Haus schon damals völlig überschuldet war, dann müsste all dies als mehr oder minder geplante Aktion zur Verwischung von Spuren gewertet werden. Die Staatsanwaltschaft hat eine Voruntersuchung nicht nur wegen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, sondern auch wegen betrügerischer Krida und schweren Betrugs eingeleitet. Zivilrechtlich kommt nun eine Lawine von Anfechtungen und Schadenersatzklagen in Gang, zumal zahlreiche Familien Geld verloren haben.
Hohe Geldflüsse. Es gibt auch starke Verbindungen zu jener Life Immobilien AG, die in diesen Tagen ebenfalls Konkurs anmelden musste: Diese AG gehörte ebenfalls Andreas B. und wurde kurz vor Konkurseröffnung zur Hälfte weiterverkauft. Zwischen beiden Firmen gab es hohe Geldflüsse. Masseverwalter Otto Werschitz, der erstaunlicherweise in beiden Firmen agiert, klagt namens der SKT gegen die Life Immobilien AG 626.000 Euro ein, gegen Andreas B. vorerst 321.000 Euro. Die neue Life-Miteigentümerin namens InvestReal GmbH tritt nun die Flucht an: Am Freitag verkaufte sie ihren Anteil der Life AG an "einen Investor" weiter.

















