BandbreiteNicht alles muss einen Sinn ergeben

Die Debüt-EP der neuen Grazer Indie Band "PAN" befindet sich in der Endproduktion. Zeit für eine erste Bestandsaufnahme.

Musik mit Vergangenheit und Zukunft von © Heinrich Zaunschirm
 

„Bandnamen müssen keinen Sinn ergeben“, attestiert Astrid Hirzberger. Sie ist Frontfrau der Grazer Indietruppe „PAN“. „PAN“ kann viel bedeuten. Peter Pan beispielsweise oder Brot auf Spanisch. Der griechische Hirtengott hört ebenfalls auf diesen Namen. Gut so. Hauptsache man bleibt undefinierbar, schwer fassbar. Das wollen „PAN“ auf jeden Fall sein.

Gegründet wurde die Grazer Band zu Silvester 2016, zunächst auf unbestimmte Zeit. Die beiden Gitarristen Nicolas Ledun und Ferdinand Marsoner hatten zu diesem Zeitpunkt bereits des Öfteren auf Hausparties miteinander „gejammt“. Man hielt die beiden stets für ein eingespieltes Duo und Bandkollegen. Irgendwann wurde aus dem Gelegentlichen eine Gelegenheit, aus den Musikanten wurden richtige Musiker, aus zwei fünf Mitglieder und aus den ehemaligen „Bridgeheads“ entstand die Gruppe „PAN“.
Der Neujahrsvorsatz sollte auch das darauffolgende Silvester überleben.

Divers, aber nicht beliebig

 "PAN" funktioniert seither als künstlerisches Konglomerat. Schließlich kennt man sich bereits aus dem Musikgymnasium. Während Fabian Steiner, der Bassist der Band, eher im Metal beheimatet ist, ist Schlagzeuger David Plank der rhythmische Funkvater. Die beiden Gitarristen hingegen sind Kinder der klassischen 90er Rockära.
Bei all der Diversität, verlieren sich Pan dennoch nie in Beliebigkeit.

Die Debüt-EP der Gruppe befindet sich bereits in der Endproduktion und wird den Namen „Winner’s Loss“ tragen. Die Gegensätze bilden ihre musikalische Wirklichkeit. Ohne Verlierer kein Gewinner, ohne harte Töne keine weichen Harmonien und ohne Schmerz im Grunde auch keine ehrliche Kunst.

Schmeckt vorzüglich

Die Lieder auf der EP sind Zeugnisse metamorpher Unmittelbarkeit. Mal locken sie mit dem pickigen Finger, mal klingen sie schonungslos abgebrüht. Textlich besinnt sich die Band „PAN“ auf die klassischen Stichwortgeber der Kunst. Auf das Drama und die Liebe.
Wie schreibt man heute noch gute Indie Songs? „Gute Frage, ich weiß ja nicht einmal, ob wir gute Indie Songs schreiben“, meint Hirzberger. Pan klingt auf jeden Fall wie moderner Indiepop klingen sollte. Das schöpferische Bewusstsein der Vergangenheit wird wieder aufgerollt, alte Versatzstücke der Musikgeschichte werden neu zusammengebastelt und mit zeitgenössischer Attitüde verwoben. Diese Mischung klingt keineswegs fade aufgewärmt sondern schmeckt vorzüglich.

Foto © Heinrich Zaunschirm

Termine

Wer die Indiepoper live sehen möchte, kann dies im Rahmen des Local Heroes Bandwettbewerb-Finales am 6.5. im Grazer PPC, beim On Stage – Finale am 19. Mai im Gleisdorfer Kulturkeller oder im Zuge des Sunny Days Festival.



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