Mautern im Liesingtal/Eggersdorf bei GrazZigeunerbaron ist erster Gast in Schloss Ehrnau

Seit 2017 wird Schloss Ehrnau in Mautern renoviert. Besitzer Wilhelm Luttenberger legt selbst Hand an und freut sich über sein „Veranstaltungszentrum“.

Wilhelm Luttenberger möchte sein Schloss wieder aufblühen lassen © Johanna Birnbaum
 

Noch wird wird in Schloss Ehrnau in Mautern im Liesingtal fleißig Hand angelegt. Vor dem Haupteingang liegen rote Ziegel. Die einen geschlichtet, die anderen noch auf einem Haufen. An der östlichen Seitenfassade führt ein kleiner Transportlift in den zweiten Stock hinauf. Der überdachte Stiegenaufgang beim künftigen Haupteingang lädt ein, näherzukommen, sich auf das Schloss und sein Wachküssen einzulassen.

„Wir sind schon sehr viel weitergekommen“, sagt Besitzer Wilhelm Luttenberger aus Eggersdorf bei Graz stolz, vor allem aber mit großer Freude. Seit dem Vorjahr hat er es sich zum Ziel gesetzt, das Schmuckstück „Schloss Ehrnau“ zum Leben zu erwecken (wir berichteten).

Raum mit vielen Möglichkeiten

Liebevoll, aufwendig, aber auch mit viel handwerklichem Verständnis, Können und Geschick entsteht im großen überdachten Innenhof ein Raum, der für Veranstaltungen neue Heimat bieten soll. Mit all den Nebenräumlichkeiten auf gleicher Ebene wie die Toiletten, Garderoben für Künstler, einer Bar und auch Räumen, die für Taufen oder Hochzeiten genutzt werden sollen, soll das Schloss eine neue Blüte erleben.

Schloss Ehrnau: Herrschaftssitz, Alten- und Siechenheim, größer Disco Österreichs und ab Juni ein besonderer Veranstaltungsort Foto © Johanna Birnbaum

Die Seitengänge sind teilweise schon weiß gefärbelt. Richtigerweise gekalkt. „Ich rühre mir den Kalk selber an“, erzählt Luttenberger und zeigt auf eine große Badewanne im Innenhof. Daneben stehen Fässer, wo der fertig angerührte Kalkanstrich zwischengelagert wird. „Wir müssen die Wände bis zu sieben Mal streichen, weil Kalk nicht so gut deckt“, führt der Baumeister aus. Die Arbeit zahlt sich aber aus, denn die fertigen Flächen lassen schon erahnen, wie schön das Endergebnis sein wird.

Ein Zusammenspiel

Luttenberger hat bei der Renovierung einen straffen zeitlichen Rahmen, den er sich selbst gesetzt hat, der aber auch eng mit der „Steirischen Kulturstraße“ verbunden ist. Am 8. Juni wird deren diesjährige Produktion, „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß Sohn, im Schloss Premiere feiern.

Die eingerüstete Seite im Innenhof, der im Juni als Operettenbühne genutzt wird, ist kommende Woche fertig Foto © Johanna Birnbaum

Damit soll der Freiluft-Klosterinnenhof in Mautern abgelöst werden. Großes Wetterpech haben Sarah Kettner und Anita Pfnadschek – die Kultur-Köpfe des Jahres der Kleinen Zeitung – verzweifeln lassen. Im Vorjahr fielen bis auf eine Vorstellung alle weiteren Regen und Sturm zum Opfer.

Bis Juni wird Luttenberger die Arbeit keinesfalls ausgehen: Es wird eifrig verputzt, gestrichen, Böden und Fließen verlegt sowie geputzt. „Ich arbeite überall mit“, sagt er.

Schloss Ehrnau

Erbaut im 13. Jahrhundert als Sitz von Adelsfamilien.

Ab 1882 wurden die Räumlichkeiten vom Bezirkskommissariat genutzt, weil Mautern ein eigener Gerichtsbezirk war.

Von 1885 bis 1980 waren ein Alten- und Siechenheim untergebracht, das auf eine Stiftung von Franz Freiherr Mayr von Melnhof aus 1883 zurückging.

Zwischenzeitlich, in den 1980er-Jahren, beherbergte Schloss Ehrnau die Diskothek „Nova Palace“, kurze Zeit die größte Diskothek Österreichs.

Seit 2011 ist Schloss Ehrnau im Besitz des Baumeisters Wilhelm Luttenberger. Er will den überdachten Innenhof und die ehemalige Disco im Keller ab Sommer 2018 nutzbar machen.

Bereits im Juni 2018 soll die diesjährige Operettenproduktion der „Steirischen Kulturstraße“ in Schloss Ehrnau Premiere feiern.

Gespielt wird „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß Sohn.

Bei der Sanierung wird Luttenberger vom Bundesdenkmalamt und dem Revitalisierungsfonds unterstützt. Antrag auf Leader-Förderung.

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