79 Prozent fielen durchBöses Erwachen nach Grazer Medizin-Prüfung

Die Pathologie-Prüfung an der Medizin-Uni Graz kurz vor Weihnachten sorgt jetzt für eine böse Überraschung: Nur 21 Prozent kamen durch. Rektor Samonigg hält das für einen Ausreißer.

Medizin-Rektor Hellmut Samonigg
Medizin-Rektor Hellmut Samonigg © Jürgen Fuchs
 

Dass im Rahmen eines Medizin-Studiums ordentliche Lernbrocken zu bewältigen sind, ist allgemein bekannt. Einer dieser Gegenstände, für die Studenten an der Medizin-Universität Graz monatelang lernen müssen, ist die Pathologie. Diesmal gab es im Jänner aber eine böse Überraschung.

Als die Ergebnisse des Dezembertermins bekannt gegeben wurden, stand fest: Nur jeder Fünfte, der angetreten war, kam durch. Nur die besten zwei erhielten (gerade einmal) einen Dreier. Das erinnert an alte Zeiten, als sogenannte Knockout-Prüfungen an der Tagesordnung waren.

"Weniger vorbereitet"

Aber wie ist das heute möglich, wo doch alle Medizin-Studenten sorgfältig einem Auswahlverfahren unterzogen werden und alle Studienplätze fixiert sind? Rektor Hellmut Samonigg verweist darauf, dass nur die Weihnachtstermine so schlecht ausfallen: "Offensichtlich treten die Leute hier weniger vorbereitet an. Es scheint so, als würden manche es halt vor Weihnachten noch probieren wollen."

Im Vorjahr fiel der Weihnachtstermin ähnlich schwach aus. Im Schnitt kommen bei dieser Prüfung 50 Prozent der Studierenden durch.
An der Bewertung (man muss 68 Prozent der Antworten richtig haben) wird die Medizin-Uni nicht drehen, um so das Ergebnis zu verbessern.

"Tragen sie durchs Studium"

Samonigg verweist auf die Bedeutung des Fachs: „Es ist eine ganz wichtige Prüfung knapp vor den klinischen Fächern.“ Der Rektor betont zugleich: "Wir bemühen uns wirklich sehr um die Studenten, wir tragen sie eigentlich durch das ganze Studium."

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

andreakrenn
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Medizinstudium

Erlebe ich nun als Mutter eines Med.Studenten- vor 30 Jahren als Ehefrau eines Med.Studenten- also der Stress der heute vorherrscht ist kein Vergleich zu damals. tw 30 h Anwesenheit pro Woche in den Modulen- wann bleibt Zeit zum Lernen? täglich bis Mitternacht! alleine die Aufnahmeprüfung- nur 10% werden genommen . ich finds brutal!!

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Hr. Kules
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Die Pathologieprüfung

habe ich leider nicht hinter mir – die beiden Sezierkurse schon. Auch das Rigorosum aus med. Physik und med. Chemie. Die letztgenannte Prüfung umfasste die Fächer anorganische Chemie, organische Chemie und Biochemie, also auch ein Lehrstoff von ca. 800 Seiten; daher darf ich mitreden.
Als das Studium auf ein Diplomstudium umgestellt wurde und die Zugangsbeschränkungen eingeführt wurde, hatte man das edle Ziel der „Meisterlehre“ (wie an den Kunstuniversitäten) vor Augen.
Aber vor lauter Tracks, Modulen etc. hat man es verlernt, sich auch mit großen Stoffmengen zu befassen. Das gilt sowohl für die Lehrenden als auch für die Studierenden. Wenn ich daher (und das unterstelle ich jetzt) eine Prüfung mit zuviel „Kleinkram“ zupflastere, darf ich mich nicht wundern, wenn diese so deutlich danebengeht. Allein den Studierenden die Schuld zu geben erscheint mir daher zu einfach.

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CReineke
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Unqualifizierte Kommentare

Haben Sie schon eine Pathologieprüfung hinter sich?
Haben Sie schon mindestens einen Sezierkurs abgelegt?
Haben Sie eine Ahnung davon, wie die Medizinaufnahmeprüfung abläuft?
Wissen Sie, welchen Aufwand ein Medizinstudium darstellt?
So nehme ich an, dass kaum einer der Kommentatoren hier, qualifiziert ist, seine Meinung oder gar Beleidigungen abzugeben.
Lernen Sie mal ca. 1000 Seiten Pathologie/Pathophysiologie/Pharmakologie, bestehen Sie diese Prüfung mit 14,5 ECTS, bei der Sie drei Stunden unter immensen Zeitdruck stehen. Dann können Sie mitreden.

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scionescio
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If you cant stand the heat get out of the kitchen!

Mir wird unwohl bei dem Gedanken, dass jemand über meine Gesundheit/Leben entscheidet, der gerade einmal 68% bei einer Prüfung schafft ... selbst bei der Führerscheinprüfung verlangen wir mehr und es würde wohl niemand über eine Brücke fahren, die ein 68% Statiker berechnet hat!
Da scheint es eine große Diskrepanz zwischen dem Anspruch und auch dem Verdienst der Götter in Weiß und dem, was sie anscheinend zu leisten im Stande sind, zu geben.

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autobahn1
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na und

wenn der Student überfordert ist, soll er sich einen Beruf wählen der ihn nicht belastet,diese Med. Studenten glauben wohl sie sind die Obergescheiten, jeder Beruf auch der am Menschen erfordert Genauigkeit und Können, sind wir Techniker total blöd oder was ????
sind Bäcker, Fleischer, Maurer ,Busfahrer.Lokomotiffahrer ect. lauter Trotteln, auch von diesen Menschen wird das Letzte gefordert,und sie tragen sehr viel Verantwortung, also eingebildete Med. Studenten immer schön am Boden bleiben,wichtig wäre auch weniger Vergnügen mehr lernen

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the_critic
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@autobahn1

Sind sind dann der erste der heult, wenn es keinen Arzt mehr gibt, der sich um Sie kümmert wenns ihnen schlecht geht.

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Kristianjarnig
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68% muß man richtig haben um durchzukommen?

...da geht es in anderen Berufen doch etwas selektiver zu. Von einem zukünftigen Arzt erwarte ich eigentlich schon das er sich mit seinem Wissen in der Region von 85-90% bewegt(oder wie einer meiner Professoren vor sehr vielen Jahren immer gemeint hat - "Teilwissen ist Nichtwissen").

In meinem Arbeitsumfeld(das letztlich besser bezahlt wird als es sicher 90-95% aller Akademiker je sehen werden in ihrer Berufslaufbahn) muß man normalerweise 80% und mehr an richtigen Antworten vorweisen um weitere 6 Monate einen Arbeitsplatz zu haben was ich als durchaus richtig empfinde. Top Leute sollten Top Qualifikation nachweisen können. Oder etwas anderes machen.

Vielleicht sind die Auswahlverfahren an der Uni nach wie vor nicht kritisch genug? Nicht jeder muß studieren obwohl es derzeit den Anschein macht das diese Meinung weit verbreitet ist in den Köpfen der Menschen....

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erstdenkendannsprechen
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vlt ist das wissen,

das sich ein arzt oder angehender arzt erarbeiten muss, weitaus umfangreicher als das in ihrem berufseld erforderliche?

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autobahn1
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es

ist nur zu hoffen das diese Blindgänger niemals auf die Menschheit losgelassen werden,oder sind das in der Zukunft die GÖTTER in WEISS?

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CReineke
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Vielleicht

rettet Ihnen ein solcher "Blindgänger" mal das Leben!
Sie müssen ja sehr hochqualifiziert sein, wenn sie Medizinstudierende als "Idioten" bezeichnen.

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the_critic
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Sie brauchen hoffentlich nie einen Arzt

Könnte schwer werden einen Arzt zu finden, der nie durch eine Prüfung gefallen ist.

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autobahn1
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ja

richtig,aber soviele Idioten gab es noch nie !!!!!!

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erstdenkendannsprechen
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dann haben Sie wenigstens

genug gesellschaft!

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Kristianjarnig
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Kennt man Insider dann weiß man das sich so mancher/e in einem Krankenhaus als Arzt rumtreibt...

...der dort eher nichts zu suchen hat. Bei solchen niedrigen "Paßrates" kein Wunder.

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Bertl1970
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Student

Meine beiden Kinder haben ohne elterliches Zutun und vorallem in der vorgegebenen Zeit ihr Studium abgeschlossen und sind heute im Berufsleben gut integriert.Diese Personen die in den sog. Studentenlokalen sitzen oder zu gewissen Themen immer wieder glauben dagegen protestieren zu müssen sind meistens gewissen politischen Richtungen zuzuordnen.

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Mein Graz
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@Bertl1970

Schön für dich und deine Kinder.
Dazu hab ich noch Fragen:
- haben deine Kinder eine eigene Wohnmöglichkeit selbst finanziert/finanzieren müssen oder haben sie zu Hause gewohnt?
- haben deine Kinder nebenbei gearbeitet?
- welche Studienrichtungen haben deine Kinder gewählt?
- sind deine Kinder nie ausgegangen?
- hatten deine Kinder Partner, die sie unterstützt haben oder mussten sie Partner unterstützen?
- wo haben deine Kinder studiert (im Sinne von: in welcher Stadt)

Alle diese Fragen betreffen Bereiche, durch die es einen riesigen Unterschied macht, wie schnell man mit dem Studium sein kann.

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Reipsi
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Sie haben ja

keine Zeit für die Prüfung , sie müssen ja auf die Strasse protestieren oder in den Lokalen bis in der Früh durchsaufen .

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frako
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zB. am Akademikerball

da müssen 300 Polizisten eingesetzt werden, weil da großteils Studenten nichts besseres zu tun haben als zu protestieren.

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docholliday
7
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reipsi, hättest du bloß geschwiegen

so ein schei.....

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phistofeles
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Prüfungslernen...

Wie viele erfolgreiche Studienabschlüsse haben sie den hingelegt?
Oder einfach nur blöd daherreden?

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Jak39
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*Reipsi

So ist's richtig: Schön alle in einen Topf werfen.

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Mein Graz
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@Reipsi

Solche Kommentare zeigen außer Verachtung nur deine Vorurteile.

Geh mal in die sg. Studentenlokale, du wärst überrascht, wie viele es dort gibt, die nicht studieren und trotzdem "durchsaufen". Die meisten Studenten können sich ständiges Ausgehen gar nicht leisten!

Antworten
Mein Graz
9
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@Reipsi

Fortsetzung:
User Patriot zum Thema Streiken:
"Die heutigen Student/innen sind so satt, dass sie sich gegen Studiengebühren nicht wehren werden. Wenn man es von den Eltern, Oma und Opa vorn und hinten hineingesteckt bekommt, wozu soll man seinen Hintern wegen ein paar hundert Euro an Studiengebühren bewegen?"

Sollen die Studenten sich wehren oder lieber auf dem Hintern sitzen bleiben?
Sollen die, die sich ihr Studium selbst finanzieren, mehr arbeiten müssen, um sich die Gebühren leisten zu können?

Oder noch besser: soll gleich gar keiner mehr studieren, um das Niveau dem der Kornblumenfreunde anzupassen?

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Joker123
8
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So eine

fundierte Aussage kann nur jemand tätigen, der nie eine Uni von innen zu Gesicht bekommen hat, geschweige denn jemals inskribiert war....

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