Zwei VillenAbriss! Am Ruckerlberg fahren die Bagger auf

Anrainer sind erbost über einen neuerlichen Abriss im Villenviertel am Ruckerlberg. Die Stadt betont jedoch, dass die betreffenden Gebäude nicht denkmalgeschützt seien.

In der Hallerschlossstraße wird gerade ein Gebäude abgerissen, direkt dahinter folgt bald die nächste Jugendstilvilla © Steffen
 

Es ist ein tristes Bild, das sich den Anrainern der Hallerschlossstraße 16 derzeit bietet. „Schon wieder wird eine Villa abgerissen“, sagt Karin Steffen von der Initiative „Schutzverein Ruckerlberg“. Ihre Befürchtung: „Die unmittelbar dahinterliegende Jugendstilvilla am Jandlweg 3 erleidet wohl demnächst dasselbe Schicksal.“ Die beiden Grundstücke grenzen direkt aneinander und würden eine schöne Fläche für einen Neubau bieten, vermutet die Anrainerin.

Von einem Neubau könne noch keine Rede sein, sagt indes Alfred Zois, Zuständiger für die Bau- und Anlagebehörde im Büro von Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ). Es gebe zwar Ideen für das betreffende Areal, „für Details ist es aber noch viel zu früh“. Wohl aber bestätigt man seitens der Behörde den Abrissbescheid für das Gebäude am Jandlweg.

Arbeitsgruppe im Einsatz

Schließlich stehe „keine der beiden Liegenschaften unter Denkmalschutz“, betont Thomas Rajakovics, Sprecher von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). Die Liegenschaftsbesitzer hätten daher das Recht, einen positiven Bescheid zu bekommen. Die Bedeutung von Gegenden wie dem Ruckerlberg sei der Stadt aber sehr wohl bewusst: „Daher gibt es derzeit eine Arbeitsgruppe, die berät, wie und ob man neben der Altstadt auch andere Bereiche der Stadt unter Schutz stellen könnte“, so Rajakovics. Das sei aber schwierig, weil diesbezügliche Entscheidungen willkürlich wirken könnten.

Anrainer befürchten Betonbauten

Viele Anrainer jedenfalls sehen vor allem den Bereich zwischen Nibelungengasse und Ruckerlberggasse als schützenswert an: „Und leider sehen wir seit Jahren, wie ein Haus nach dem anderen abgerissen wird“, so Steffen. Die Gebäude werden meist verkauft, weil die Erben sie nicht erhalten wollen, glaubt sie. Im konkreten Fall befürchtet die Initiative „Betonbauten mit viel Glas, wie sie schon vielerorts am Ruckerlberg entstanden sind“. Diese „viereckigen Kästen“, wie Steffen sie nennt, würden sich nicht ins Ortsbild einfügen.

Die beiden Villen, bei denen aktuell die Bagger auffahren, seien, fürchten die Anwohner, längst nicht alles: „Aus unserer Sicht sind fünf Gebäude extrem gefährdet. Will die Stadt sie wirklich schützen, muss sie sich beeilen“, so Steffen.

Kommentare (8)

Kommentieren
stern000
0
0
Lesenswert?

Tatsachen

Sg. Herr Zois, Sg. Herr Rajakovic,
Wenn Sie meinen es stehe noch kein Neubau im Raum, so entspricht dies nicht den Tatsachen: s. doppelseitige Anzeige von Wohnraumwerk vor einigen Wochen in der Kleinen Zeitung.
Die Villa Jandlweg 3 war keineswegs vernachlässigt. Sie scheint auch im Schutzkataster auf, der leider für die Stadt Graz kein Maßstab zu sein scheint.
Appell an die Stadtregierung und Herrn Bürgermeister Nagl: Achten Sie bitte das von unseren Vorfahren an uns übergebene Kulturerbe! Überdenken Sie bitte die derzeitige Vorgehensweise der Verdichtung in diesem Gebiet, Sanieren statt Abriss, achten wir die Kultur! Es geht in diesem Leben nicht immer nur um Profit!
Vielen Dank! Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar, damit man sieht, dass die Botschaft angekommen ist !

Antworten
calcit
3
7
Lesenswert?

Ich bin selbst Anrainer in unmittelbarer Nähe...

...und ich verbiete mir von diesem Schutzverein und von anderen Gruppen hier vereinnahmt zu werden! Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, dass hier verlotterte Gebäude abgerissen werden und entsprechender Wohnraum (im Rahmen der gültigen Baugesetze) geschaffen wird. Wenn es diesen Damen und Herren vom Ruckerlberg so wichtig erscheint können sie ja diese Villen erwerben und auf eigene Kosten renovieren und instandhalten. Aber offenbar wollen da einige bestimmen wer am Ruckerlberg bauen darf und wer nicht, wer da auf den Ruckerlberg in diese erlauchte Gesellschaft passt und wer nicht. Komischerweise regt sich niemand von diesem „Schutzverein“ auf wen eine Luxusvilla nach der anderen am Ruckerlberg gebaut wird - man bleibt ja unter sich!

Antworten
H260345H
5
1
Lesenswert?

Hat jemand von der ÖVP-FPÖ-Komplizenschaft

ernsthaft geglaubt, dass auch nur ein Einziger dieser BLAU-SCHWARZEN Gesellschaft mit KULTUR was am Hut hat???
Interessen der Bevölkerung zählen nichts, nur die Geschäftemacherei unter Freunden!
Sooo schaut`s aus!

Antworten
calcit
2
1
Lesenswert?

Die Geschäfte machen da schon einige am Ruckerlberg selbst...

...denen diese Grundstücke gehören und die selbst protzige Villen dort gebaut haben.

Antworten
der alte M.
2
2
Lesenswert?

Auf

der HP von Woh nrau mwerk kann man das Projekt „bewundern“. Such an anderen sensiblen Standorten sind solche Schandflecke geplant.

Antworten
calcit
2
2
Lesenswert?

Sensibler Standort...

...was soll den das bedeuten? Da stehen bzw. standen seit Jahren Bruchbuden auf einem verwilderten Grundstück herum.

Antworten
gerbur
5
7
Lesenswert?

Eine völlig ahnungslose Anrainerin! (oder eine mit höchst persönlichen Interessen)

Diese Bruchbude ist seit langem schon nicht mehr bewohnbar. Schimmel und Feuchtigkeit haben das Objekt faktisch zerstört. Eine Sanierung wäre nur mit allerhöchstem Aufwand möglich gewesen. Warum die Stadt der Verwilderung dieses Areals überhaupt so lange zugesehen hat, ist mir ein Rätsel.

Antworten
zyni
9
9
Lesenswert?

Die Ruinen waren ein Schandfleck

für diese Gegend.
Dass dort eine neue Wohnanlage hinkommt, steht ja schon fest und wurde in der Kleinen Zeitung kurz vor Weihnachten vorgestellt. Der Verkauf hat schon begonnen. Die neuen Häuser werden die Gegend eher aufwerten. Und es werden "viereckige Kästen" mit viel Glas sein.

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.