Volksbefragung in GrazWarum morgen über Alt-Grottenhof abgestimmt wird

Am Sonntag entscheiden die Wetzelsdorfer über die Zukunft von Alt-Grottenhof. Die Anspannung in der Politik scheint groß: ÖVP und KPÖ kritisieren sich gegenseitig.

Argumentieren gegen und für den Verkauf von fünf Hektar Grottenhof-Grund: KPÖ-Chefin Elke Kahr und ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger © Fuchs, ballguide, KK
 

Bei der Volksbefragung am morgigen Sonntag sind zwar nur 12.447 Wetzelsdorfer stimmberechtigt, trotzdem sorgt die Thematik für heftige politische Debatten – vor allem zwischen Stadt-KPÖ und Landes-ÖVP. Wie berichtet, dürfen die Bewohner des 15. Grazer Stadtbezirks mit der Frage „Möchten Sie, dass die Ackerfläche von Alt-Grottenhof zur Gänze als Freiland im Flächenwidmungsplan der Stadt Graz erhalten bleibt?“ über die Zukunft des Areals der landwirtschaftlichen Fachschule abstimmen.

Landes-ÖVP für Verkauf

Der Hintergrund: Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) will die Schule zu einem Biozentrum aus- und umbauen. Das dafür benötigte Geld könne das Land aber nicht alleine aufbringen: „Wir bewirtschaften derzeit mit dem Grottenhof rund 250 Hektar an Flächen. Wenn wir die zur Debatte stehenden fünf Hektar zu einem marktüblichen Preis verkaufen, ist es möglich, den Standort abzusichern und trotzdem den gewünschten Naherholungsraum zu erhalten.“

Seitinger kritisiert die Grazer Kommunisten, die sich gegen diese Pläne stellen – wegen „politisch motivierter Verhinderungstaktik“. Er habe persönlich das Gespräch gesucht, konnte dem Mitbewerb „die Notwendigkeit der geplanten Schritte“ aber nicht klar machen. Stattdessen torpediere es die KPÖ, leistbaren Wohnraum zu schaffen: „Vermutlich deshalb, weil sie die politische Verantwortung für das Wohnen in Graz an die FPÖ abgeben musste“, so Seitinger.

KPÖ in Graz dagegen

KPÖ-Chefin Elke Kahr findet die Aussagen des Landesrates mehr als irreführend: Die genannten 250 Hektar würden sich auf Flächen in Alt-Grottenhof, Grottenhof-Hardt, Deutschlandsberg und Stainz beziehen. In Graz stünden lediglich 66,18 Hektar selbstbewirtschaftete Fläche zur Verfügung, davon 27,55 Hektar Ackerland: „Die Schule würde mit einem Schlag ein Fünftel ihrer wertvollen Bio-Ackerflächen verlieren, die als Unterrichtsmittel dringend benötigt werden.“ Seitinger soll, so Kahr, „um ausreichend finanzielle Mittel für sein Ressort kämpfen“.

Kritik an den Stellungnahmen des Landesrates kommt auch von Initiatoren der Bürgerbewegung rund um Rainer Hauer, Sohn von Ex-Alt-Grottenhof-Direktor Ekkehard Hauer: „Die steirische Landesregierung hat in den letzten 80 Jahren durch den Verkauf von mindestens 100 Hektar allerbester Humusböden der Schule in Graz-Grottenhof enorme Einnahmen gemacht.“ Die betroffenen fünf Hektar seien „allerbester Humusboden“, der „qualitätsvolle Nahrung sichert, aber auch den gefährlichen Kohlenstoff bindet und vor Überflutungen schützt, weil Wasser in ihm versickern kann“.

SPÖ sieht wichtige Signalwirkung

Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) verweist darauf, dass auf dem Areal ohnehin keine Wohnungen geschaffen werden sollen, sondern vielmehr Sportplätze. Für die KPÖ ist das kein Argument, schließlich habe der Stadtchef seine Pläne für das Areal mehrfach geändert, heißt es. Neben der KPÖ sind auch die Grünen und die SPÖ gegen die Umwidmung der Ackerflächen in Bauland – damit scheint die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Gemeinderat für eine mögliche Umwidmung derzeit außer Reichweite.

Für den Grazer SPÖ-Chef Michael Ehmann hat die Befragung dennoch eine wichtige Bedeutung: „Die Begehrlichkeiten des ÖVP-Landesrates sind nach wie vor gegeben – so gesehen hat dieser Sonntag natürlich eine wichtige Signalwirkung für die weitere Zukunft.“

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alsoalso
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Absurd

Die Argumentation von Landesrat Seitinger ist absurd. Das wäre gleich so , als würde ein Bauer einen neuen Stall bauen wollen und zur Finanzierung 5 ha seiner Betriebsflächen verkauft. So etwas kann nur einem Kammerbeamten, wie Seitinger einer ist, einfallen. Seitinger ist eben kein Bauer und kein Vorbild. Seitinger schwafelt von 250ha Betriebsfläche am Grottenhof. Daher ist es richtig, wie die kommunistische Stadträtin Kahr argumentiert. Traurig das jetzt die Kommunisten für das Bauerntum eintreten und die Schwarzen die industrielle Landwirtschaft fördern und das Bauerntum mit solchen Aktionen abschaffen.

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Efried
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Abwägumg

Die Flächen nahe der Straße sollten ruhig verbaut werden. Immobilienspekulation sollte aber nicht gefördert werden. Reininghaus und der Speicherkanal sind Beweis genug dass beim Pokern die Stadt Graz immer den kürzeren zieht und draufzahlt.
Am besten wäre eine Bebauung mit vertikalen Gärten. im Vergleich zu Ackerbrache wäre das sogar ökologisch wertvoll. leider ist die KPÖ im Umweltbereich nicht besonders kreativ.

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