Kraftwerke Gössendorf und KalsdorfWurden alle Auflagen erfüllt?

Umweltanwältin Ute Pöllinger übt Kritik an „mangehafter Umsetzung“ von Umweltauflagen der Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf. Grüne reagieren mit schriftlicher Anfrage an die Landesregierung.

Staustufe Gössendorf
Staustufe Gössendorf © KLZ/Hassler
 

Es ist definitiv so, dass es eine Reihe von Problemzonen rund um die Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf gibt. Es fehlt hier an ökologischen Ausgleichsmaßnahmen.“ Mit dieser Beurteilung lässt Umweltanwältin Ute Pöllinger in ihrem aktuellen Tätigkeitsbericht aufhorchen. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung geht sie noch weiter: Schon im Vorfeld der Abnahmeprüfung im Jahr 2016 sei klar gewesen, „dass einige naturschutzrechtliche Maßnahmen nicht umgesetzt wurden“, stellt sie fest. „Vernichtete Lebensräume wurden nicht wiederhergestellt.“ Etwa werde die rechte Murseite keinesfalls als Ökozone verwendet, „frei laufende Hunde und Radfahrer beeinträchtigen den Lebensraum für Tiere und Pflanzen“.

Fazit der Umweltanwältin

Aufgrund dieses Fazits hat Pöllinger damals bereits ein externes Büro mit einer Prüfung beauftragt. Die gewonnenen Erkenntnisse führten zu zwölf Maßnahmen, „um trotz der Umsetzungsmängel sicherzustellen, dass die Verträglichkeit für Tier, Pflanzen und Lebensräume erreicht wird“. Die Anwältin reichte eine sogenannte Umweltbeschwerde ein, ein Gegengutachten seitens der Behörde wurde erstellt, „bis heute fehlt es aber für die Kraftwerke an einem gültigen Abnahmebescheid“, behauptet sie in ihrem Tätigkeitsbericht.

Causa Würfelnatter

Auch beim aktuellen Murkraftwerkprojekt in Graz beißt Pöllinger derzeit offenbar auf Granit. In der „Causa Würfelnatter“ seien etwa nicht alle Fragen geklärt. „Es ist zum Beispiel gar nicht möglich gewesen, diese streng geschützte Art vollständig einzusammeln, weil man nicht einmal wusste, wie viele Exemplare es gab. Was passiert also nun mit dem Restbestand?“

Was sagt der Betreiber?

Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark, weist Pöllingers Vorwürfe entschieden zurück. „Wir haben für die Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf 99 Ökomaßnahmen als Auflage bekommen. Diese sind zur Gänze umgesetzt worden, eine eigens installierte ökologische Bauaufsicht hat dies permanent kontrolliert.“ Insgesamt seien über 25 Millionen Euro in die ökologische Aufwertung des Umfeldes investiert worden. Bei dem Abnahmeverfahren 2016 wurden einige weitere Adaptionen vereinbart, „welche mittlerweile erfüllt sind“, versichert der Konzernsprecher.

Reaktion der Grünen

Die Grünen wollen es jetzt aber genau wissen und nehmen den Tätigkeitsbericht zum Anlass, an die Landesregierung eine schriftliche Anfrage zu richten. „Wir wollen von Umweltlandesrat Anton Lang wissen, welche naturschutzrechtlichen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt wurden und wo die tatsächlichen Mängel liegen“, so Grüne-Umweltsprecherin Sandra Krautwaschl. „Diese Anfrage ist mir persönlich sehr wichtig, denn ich will wissen, ob hier dauerhafter ökologischer Schaden angerichtet wurde.“ Für die Beantwortung der Anfrage ist zwei Monate Zeit.

Kommentare (1)

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Giovanni44
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Lesenswert?

Wasserkraftwerke!

Ich versteh nicht, wieso so viele Wasserkraftwerke gebaut werden.
Bei mir zuhause kommt der Strom ja aus der Steckdose!!!

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