Gemeinderat in GrazJetzt werden Rotlichtsünder vermehrt zur Kasse gebeten

Die Stadt Graz investiert 400.000 Euro in sechs neue Ampel-Überwachungsanlagen. Im Vorjahr wurden in Graz fast 7000 Rotlichtsünder geblitzt.

Rotlichtblitzer Andreas-Hofer-Platz
Rotlichtblitzer am Andreas-Hofer-Platz © Jürgen Fuchs
 

"Das geht sich aus“, denken sich Autolenker immer wieder, wenn sie auf eine Kreuzung zufahren und die Ampel schon grün blinkt. Oft bleibt es aber beim Wunschdenken und die Lenker fahren noch in die Kreuzung ein, obwohl die Ampel bereits Rot zeigt. 6976 Mal war das alleine im Jahr 2016 nachgewiesener Maßen der Fall.

Jetzt setzt die Stadt Graz gemeinsam mit der Polizei und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit zu einer neuen Offensive gegen solche Rotlichtsünder an: Auf Antrag von Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) investiert die Stadt 400.000 Euro in sechs neue Rotlichtblitzer für zwölf Standorte.

Die Statistik belegt: Ein Drittel aller Unfälle im Ortsgebiet mit Personenschaden oder gar tödlichem Ausgang wurde durch „Rotlichtübertretungen oder Vorrangverletzungen“ verursacht. Das ist die zweithäufigste Unfallursache.

Je besser die Überwachung, desto weniger Überschreitungen

Und die Erfahrung zeigt: Durch den Einsatz der bisher zehn Rotlichtblitzer an insgesamt 14 Kreuzungen in Graz konnte die Zahl der Übertretungen an den kontrollierten Kreuzungen deutlich reduziert werden.
Am Beispiel Grabenstraße/Wickenburggasse lesen sich die Zahlen so: Wurde ohne Überwachung im Schnitt 250 Mal pro Monat die rote Ampel ignoriert oder übersehen, war es mit Überwachung nur mehr zehn Mal der Fall. Die Tendenz ist überall gleich. Und ein Punkt ebenso: Wird der Blitzer wieder abgebaut und an einer anderen Kreuzung eingesetzt, steigt die Zahl der Übertretungen sofort wieder an.

Die fast 7000 Fälle im Vorjahr brachten Strafeinnahmen von 301.363 Euro, die sich die Stadt Graz und die Polizei teilen. Im Magistrat rechnet man damit, dass sich ein Rotlichtblitzer – je nach Standort – in zehn bis 18 Monaten durch die Strafeinnahmen refinanziert.

Kommentare (4)

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styria777
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Radfahrer schreckt das nicht ab...

Rotlichtsünder durch Blitzer vermehrt abzustrafen, finde ich eine sehr gute Idee. Leider helfen diese aber nicht gegen Radfahrer, die leider sehr oft rote Ampeln missachten. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Forderung nach einer Kennzeichenpflicht für Radfahrer stets auf großen Widerstand der Pedalritter stößt, obwohl die Vorteile klar auf der Hand liegen. Viele Radfahrer würden bestimmt zu verantwortungsvolleren Verkehrsteilnehmern, da sie sich nicht mehr unter dem Deckmäntelchen der Anonymität verstecken könnten. Bestimmt ginge auch die Zahl der Raddiebstähle zurück.

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Mein Graz
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leider wird es wahrscheinlich wieder so manchen geben,

der "abzocke" schreit.
für mich persönlich stellt es einen wichtigen und sinnvollen schritt für die sicherheit auf den straßen dar.

ja, auch mir ist es schon passiert, dass ich bei rot über eine kreuzung gefahren bin. und sollte es mir wieder passieren, dann zahl ich ohne murren die strafe.
absichtlich eine kreuzung bei rot überqueren - das sind für mich potentielle (selbst-) mörder.

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paulrandig
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Das ist das wahrhaft Besorgniserregende:

Dass die Zahl der Fälle so stark sinkt, wenn überwacht wird.
Dass man einmal einen Fehler macht, soll zwar nicht, kann aber passieren. Dann ist die Strafe eine gute Erziehung zu mehr Aufmerksamkeit. Dass aber viele Menschen ABSICHTLICH UND BEWUSST bei Rot durchfahren, weil nicht geblitzt wird, schreckt mich dann doch ziemlich.

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Reipsi
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Das Problem ließe sich

auch billiger lösen . Ein Radarkasten muss ja keinen Inhalt haben, das heißt das der Autofahrer nicht weiß ist da eine Kamera drinnen oder nicht . Die werden untereinander laufen gewechelt oder ausgetauscht so das man nicht weiß in welchen Kasten ist gerade eine drinnen und die leeren Kästen kosten nicht die Welt. Ausserdem wäre das austauschen einfacher wie den Kasten abbauen .

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