Gemeinderat in GrazDieser Beschluss sorgt schon im Vorfeld für heftige Reaktionen

Dass die Straßenbahn vorerst nicht über den Griesplatz geführt wird, verärgert die Bürgerinitiative. Wieder würden Polit-Versprechen gebrochen.

Griesplatz Graz Verkehr
"Durchzugsverkehr wird nicht eingeschränkt": Bürgerinitiative am Griesplatz reagiert sauer auf Tram-Absage © KLZ/Kanizaj
 

Der für heute zu erwartende Straßenbahn-Beschluss im Gemeinderat sorgt bereits im Vorfeld für heftige Reaktionen. Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) bringen nach ihrem sommerlichen Streit nun gemeinsam ein Stück in den Gemeinderat: Die Herrengasse wird nicht - wie eigentlich seit Jahren geplant - über den Griesplatz und die Elisabethinergasse entlastet, vielmehr werden die Gleise in der Neutor- und Belgiergasse verlegt. Für den Griesplatz und die Südwest-Linie nach Don Bosco heißt das: Weiter warten. Aus dem versprochenen Umbau wird vorerst nichts, auch, weil immer noch keine Lösung für die Regionalbus-Haltestellen gefunden wurde.

Die Bürgerinitiative "Unser Griesplatz" ist deshalb sauer. Das bedeute nichts anderes, als dass am Griesplatz "der Durchzugsverkehr nicht eingeschränkt wird", heißt es in einer Stellungnahme. "Nagl ist nicht bereit, den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren."

Vor allem die Begründung, warum die Griesplatz-Variante nicht realisierbar sei, empört viele. Nagl wie Stadtbaudirektion argumentieren damit, dass sonst Auto- und Busverkehr zusammenbrechen würden. Dabei war bei den ursprünglichen Beschlüssen im Jahr 2011 und 2014 zur Südwest-Linie immer schon klar: Voraussetzung für die Straßenbahn ist, den Individualverkehr um gut 30 Prozent einzuschränken. Das könne jetzt wirklich niemanden überraschen. Fazit der Bürgerinitiative: "Anliegen von Bürgern vor Ort werden von der Politik konsequent missachtet."

Auch die Initiative "Pro Bim" kritisiert, dass Südwestlinie "wieder einmal auf die lange Bank geschoben". Das komme einer "Bankrotterklärung der Stadtregierer gleich". Auch, weil die vorhandenen Buslinien 31, 32 und 33 bereits völlig am Limit seien. Um mehr Kapazitäten zu schaffen, brauche man die Straßenbahn. "Die darf nicht länger das Nachsehen haben", so Pro Bim.

Kommentare (6)

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Acquario
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vor über 40 Jahren wurde den

Menschen in Andritz versprochen: Macht euch keine Sorgen, in ein paar Jahren geht die Straßenbahn durch die Radegunderstrasse und über die Weinitzenstrasse wieder zurück.
Bis heute warten die Andritzer; inzwischen wird auch der letzte Flecken Grün verbaut und tagtäglich wird die Luftschleuse im Norden durch den Annagraben von zehntausenden Pendlern aus Weiz und Umgebung verpestet...

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redfoxl
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Teure Grazer Stadtplanung

Die Variante durch die Neutorgasse, die Nagl jetzt als seine neue, glorreiche Idee verkauft, ist schon ein uralter Hut. Die stand schon vor zirka zwanzig Jahren zur Diskussion und könnte die Herrengasse als Nadelöhr schon längst entlasten. Sie bringt jedenfalls für die Bewohner von Gries so gut wie gar nichts, aber heute kostet sie um vieles mehr als damals. Es wäre auch interessant, zu wissen, wie hoch der (Steuer-)Anteil der Stadt für die sicher teure Realisierung der Garage unter dem Eisernen Tor ist, aber da hält man sich in der schwarz-blauen Stadtregierung noch total bedeckt, obwohl schon Anfang kommenden Jahres die Pläne dafür eingereicht werden sollen. Ich denke, eine Bürgerbefragung darüber wäre davor sicher angebracht.

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diss
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Ich habe kein Vertrauen mehr in Nagl!

Er macht, was er will...

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albertusmagnus
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Ich hatte

noch nie Vertrauen in Nagl, war für mich immer das Buberlgesicht wie vor ihm K.H. Grasser und heute der kurze Basti.

Endgültig disqualifiziert hat sich der Herr mit seinen Aussagen zum Drama der Grazer Amokfahrt:
Hier hat er sich zum Opfer hochstilisiert und danach weitere, unqualifizierte Statements von sich gegeben...

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Mein Graz
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wieder einmal zeigt sich,

dass nagl kein interesse daran hat, in graz den individualverkehr einzudämmen.

vielleicht wäre es anders ausgegangen, hätte es sich um einen "nobelbezirk", der zu erschließen wäre, gehandelt? aber es geht ja "nur" um gries, und dort wohnen möglicherweise wenig nagl-wähler...

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Reipsi
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Wie ich vor jahrzehnten

nach Graz gekommen bin, war eine Strassenbahn über den Griesplatz ( Gleise liegen wahrscheinlich noch drinnen ) und der O-Bus fuhr noch nach Seiersberg , Umweltfreundlich, andere Sachen auch noch , alles abgedreht , leider.

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