Neue Grazer Chirurgie Zwei Männer und ihr Spitalsbaby

16 Operationssäle und 15.900 Quadratmeter Nutzfläche: Der D-Trakt am LKH-Uniklinikum Graz ist seit Mittwoch offiziell eröffnet. Die 150 Millionen Euro dafür sind aber nur ein Teil des Monsterprojekts.

Tscheliessnigg und Mischinger
Vorstand Tscheliessnigg und Klinikvorstand Mischinger © LKH/KANIZAJ
 

Das Herzstück des neuen Chirurgiekomplexes am Grazer LKH, der  sogenannte D-Trakt, wurde am Mittwoch (13. 9.) offiziell eröffnet. Am Wochenende zuvor sind Ärzte, Pflegepersonal und Patienten in den Neubau umgezogen. LH Hermann Schützenhöfer: "In steirischer Manier wurde durch Zusammenarbeit aus einem HELP! der modernste Chirurgiebau Österreichs".

Rund 150 Millionen Euro hat das Gebäude inklusive medizinischer Geräte gekostet. "Die neue Chirurgie zählt zu den wichtigsten medizinischen Bauwerken, die bisher in der Steiermark verwirklicht wurden", betonte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler.
In den kommenden Jahren folgen noch die Sanierung der Trakte A und B sowie des alten Chirurgie-Baus.

In steirischer Manier wurde durch Zusammenarbeit aus einem HELP! der modernste Chirurgiebau Österreichs

Hermann Schützenhöfer

16 OP-Säle

Der Neubau bietet 16 Operationssäle, am Dach befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz und es stehen drei Technikgeschoße zur Verfügung. Im obersten Stock ist eine Sonderklassestation mit 20 Betten. Die Baukosten betrugen 127 Millionen Euro, hinzu kamen auch noch die Kosten für die sogenannten Hybrid-Operationssäle (4,5 Millionen Euro) und übergeordnete Infrastruktur (18 Millionen Euro). Am Bau des neuen D-Traktes waren 260 Firmen beteiligt, davon 60 Planungsbüros. Bis zu 200 Arbeiter waren gleichzeitig auf der Baustelle.

 

Videorundgang durch die neue Chirurgie

Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), skizzierte bei den Feierlichkeiten den langen Weg bis zum Bau und verheimlichte auch die Probleme nicht. Anfangs war das mehr als 40 Jahre alte Gebäude war eine Sensation, schilderte Tscheliessnigg, der den damaligen Neubau als Student bestaunt hatte.

Neue Chirurgie: Große Eröffnung

Die neue Chirurgie

Blick in einen der 16 OPs.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Der Help-Schriftzug ist mittlerweile Markenzeichen.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Die neue Chirurgie kostet 150 Millionen Euro.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnig (l.) und Klinikvorstand o.Univ.Prof.Dr. Hans-Jörg Mischinger

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnig.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Bis 2025 soll der gesamte Ausbau (Grafik) fertig sein.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Der neue Trakt (dunkelrot).

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Kriesches Schriftzug.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

Vorstandsvorsitzender  Karlheinz Tscheliessnigg und KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ernst Fartek.

Kages, LKH

Die neue Chirurgie

VP-Tisch.

Ballguide/Richard Großschädl

Die neue Chirurgie

Weitere Gäste und Impressionen.

Ballguide/Richard Großschädl

Die neue Chirurgie

Weitere Gäste und Impressionen.

Ballguide/Richard Großschädl

Die neue Chirurgie

Weitere Gäste und Impressionen.

Ballguide/Richard Großschädl

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Weitere Gäste und Impressionen.

Ballguide/Richard Großschädl

Die neue Chirurgie

Weitere Gäste und Impressionen.

Ballguide/Richard Großschädl
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Doch der Bau kam in die Jahre, die Stahlstützen rosteten durch und Übergangslösungen mussten getroffen werden. Das Ringen um den Neubau begann bereits 1997, doch anfangs sei das Bitten hoffnungslos gewesen. Zwei Bundes- und zwei Landesregierungen wurden auf das Dach der Chirurgie geführt, um zu zeigen, dass Hilfe nötig ist.

Fäkalienregen

Die Aktion "Help" (Medienkünstler Richard Kriesche) wurde gestartet, der Schriftzug prangte von da an als weithin sichtbarer Hilfeschrei auf dem Hochhaus der Chirurgie. Als dann auch noch die Rohrleitungen kaputt gingen, Schimmel wucherte und laut Tscheliessnigg "Fäkalienregen in der Chirurgie" niederging, war ein Umzug Pflicht.

Bis zuletzt war der Bau gekennzeichnet von Dauerbaustellen, Rohrbrüchen, Kurzschlüssen und Evakuierungen, beschrieb der KAGes-Vorstand und untermalte seine Worte an die Festgäste mit unappetitlichen Bildern. Landeshauptmann Schützenhöfer (ÖVP) unterstrich den "steinigen Weg", dankte dem ehemaligen Finanzminister Josef Pröll sowie Univ.-Prof. Dr. Richard Fotter - und meinte aber auch: "Gut Ding braucht Weile."

273 Betten

Insgesamt stehen in dem Neubau 273 Betten auf einer Nutzfläche von rund 15.900 Quadratmetern zur Verfügung. Das bauliche Volumen beträgt rund 150.000 Kubikmeter, was laut den Bauzuständigen etwa 180 Einfamilienhäusern entspricht.

Dennoch sei lediglich Bauplatz für sieben Häuser nötig gewesen. Die Geothermie-Anlage reicht mit ihren Bohrungen in eine Tiefe von etwa 140 Meter. Zusammengerechnet umfassen die Bohrungen unter der Chirurgie rund 10,6 Kilometer. Die Elektroinstallationen machen etwa 1.200 Kilometer aus, was einer Strecke von Graz bis Paris entspricht.

Noch 100 Millionen Euro mehr

Die Sanierungen und Bauarbeiten an den älteren Chirurgie-Teilen werden weitere rund 100 Millionen Euro kosten und sollen im Jahr 2025 abgeschlossen sein. Die Bauetappen an der Chirurgie sind Teil des Gesamtprojekts "LKH 2020", das insgesamt 500 Millionen Euro kostet.

Hier hat vor fast 20 Jahren quasi eine Rettungskette eingesetzt und heute feiern wir die erfolgreiche erste Etappe

Michael Schickhofer

Die "Chirurgie neu" stellt mit 250 Millionen Euro den größten Brocken dar und ist laut LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) und Gesundheitslandesrat Drexler (ÖVP) das "Flaggschiff" der steirischen Gesundheitsversorgung.

Pro Jahr werden auf der Chirurgie etwa 4.500 Operationen durchgeführt, 600 davon sind Tumoroperationen. Derzeit müssen Pflegekräfte während eines Dienstes acht bis zehn Kilometer zurücklegen. Im Neubau sollen 30 bis 35 Prozent der Wege eingespart werden können. Nach den Umsiedlungen am Wochenende haben am Dienstag die ersten Operationen im neuen Gebäude stattgefunden.

Ehrengäste

Bei der Eröffnung waren unter anderen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, Bürgermeister Siegfried Nagl sowie die beiden Begründer der HELP-Initiative, KAGes-Vorstandsvorsitzender Tscheliessnig und Medienkünstler Kriesche, Meduni-Rektor Hellmut Samonigg, Pflegedirektorin Christa Tax, Neo-Aufsichtsrats-Vorsitzender Günter Dörflinger, Architekt Markus Pernthaler und Projektleiterin Christina Maurer, Hedwig Staller (FPÖ), Sandra Krautwaschl (Grüne), Bischofsvikar Hermann Glettler, Hermann Miklas (Superintendent), Altlandesrat Dieter Strenitz, Landespräsidentin Bettina Vollath.

Die Feierlichkeiten organisierte Betriebsdirektor Gebhard Falzberger. Für den guten Ton sorgte Patrik Thurner.

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