UmfrageNach Raubserie in Graz: "Ich will mich nicht fürchten"

Wie reagieren ältere Grazerinnen auf die Serie von brutalen Überfällen auf Seniorinnen? Die Kleine Zeitung hat sich in der Stadt umgehört.

Die Grazerin Edaa Krobath mahnt, man sollte auf die täglichen Lichtblicke schauen
Die Grazerin Edaa Krobath mahnt, man sollte auf die täglichen Lichtblicke schauen © Andrea Rieger
 

Edda Krobath: "„Ich will mich nicht fürchten, das ist meine Lebenseinstellung. Daran ändern auch diese Überfälle nichts. Ich erlebe jeden Tag Lichtblicke und Menschen, die aufeinander Rücksicht nehmen. Darauf sollte man schauen und nicht nur auf die negativen Dinge, die dann in der Zeitung stehen. Gut, ich würde wahrscheinlich nicht in der Nacht über den Griesplatz gehen und wenn ich abends ein Konzert besuche, fahre ich mit dem Auto. Aber ich mache mir keine Sorgen und gehe positiv durchs Leben.“

Maria Ritter: "Habe mich schon vorher unsicher gefühlt"
Maria Ritter: "Habe mich schon vorher unsicher gefühlt" Foto © Andrea Rieger

Maria Ritter: „Um meinen Schmuck habe ich keine Angst, ich trage generell nur Modeschmuck. Allerdings habe ich mich schon vor diesen Überfällen in Graz bedroht und unsicher gefühlt. Ich fühle mich nicht wohl damit, dass es in Graz immer mehr Ausländer gibt. Man sollte zwar nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich sehe das kritisch. In meiner Umgebung gab es schon drei Einbrüche. Wenn ich am Abend unterwegs bin, habe ich immer Pfefferspray dabei. Wenn ich von der Tiefgarage in meine Wohnung gehe, bin ich besonders vorsichtig.“

Ingrid Goiser: "Ich fühle mich absolut sicher"
Ingrid Goiser: "Ich fühle mich absolut sicher" Foto © Andrea Rieger

Ingrid Goiser: „Ich habe von den Überfällen gehört. In Graz sind das aber immer noch Einzelfälle. Ich fühle mich absolut sicher, auch wenn man hört, dass es am Griesplatz gefährlich sein soll. Goldschmuck habe ich schon vor den Überfällen keinen getragen. Meine Handtasche trage ich zur Vorsicht schräg über den Körper, sonst mache ich mir aber keine Gedanken.“

Dorothea Schmelzer: "Verhalte mich nicht anders als sonst"
Dorothea Schmelzer: "Verhalte mich nicht anders als sonst" Foto © Andrea Rieger

Dorothea Schmelzer: „Mich beunruhigen die Überfälle nicht
besonders und ich verhalte mich nicht anders als sonst.Wenn ich am Abend wo hingehe, fahre ich sowieso mit dem Taxi nach Hause. Ich finde, man sollte ohnehin nicht mit drei Goldketterln am Hals aus dem Haus gehen. Ein komisches Gefühl habe ich eigentlich nur, wenn ich spät am Abend vom Bahnhof hinunter zur Straßenbahnhaltestelle gehe.“

Valerie Schwarzl: "Bin kein ängstlicher Mensch"
Valerie Schwarzl: "Bin kein ängstlicher Mensch" Foto © Andrea Rieger

Valerie Schwarzl: „Ich trage zwei Ketterln, die ich sonst umhabe, zur Vorsicht nicht mehr. An und für sich bin ich aber kein ängstlicher
Mensch. Über den Fall wird jetzt natürlich viel diskutiert. Man fürchtet sich in meinem Alter eher davor, bei so einem Überfall schwer verletzt zu werden. Den Schmuck zu verlieren, ist da weniger schlimm, auch wenn an den Stücken oft persönliche Erinnerungen hängen.“

Elfriede Rinner: "Die Überfälle sind brutal"
Elfriede Rinner: "Die Überfälle sind brutal" Foto © Andrea Rieger

Elfriede Rinner: „Ich habe mir nach den Geschichten der letzten Tage überlegt, meine Ohrringe herauszunehmen. Die Überfälle sind
brutal, aber ich bin aus einer Generation, die so viel mitgemacht hat, da haut mich das jetzt auch nicht um. Passieren kann überall was. Schlimm ist im Ernstfall dabei vor allem der Schock, da geht’s weniger um den materiellen Wert. Wenn ich nicht muss, geh ich am Abend nicht fort.“

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