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Graz

Interview

"Die Messe ist nicht alt, sie ist cool"

Hermann Zotter ist der Neue - der 53-Jährige ist beim Messe Congress Graz nun auch für die Publikumsmessen zuständig. Er spricht im Interview über Fehler und Pläne.

Hermann Zotter ist ab sofort für Messen in Graz zuständig
Hermann Zotter ist ab sofort für Messen in Graz zuständig © Georg Aufreiter
 

Herr Zotter, haben Sie eine Idee, von wem folgender Satz stammt: „Mich reizen nicht die Position oder der Verdienst, ich will langfristig etwas entwickeln dürfen.“
HERMANN ZOTTER: (lacht) Ich hab mich auch ein wenig vorbereitet auf dieses Gespräch. Daher weiß ich, dass mein Vorgänger diesen Satz sagte. In einem Interview mit Ihnen.

So ist es. Ihr Vorgänger war dann aber nur ein Jahr lang bei der Grazer Messe. Wollen Sie nun auch „langfristig“ arbeiten?

ZOTTER: Wenn man den Arbeitsplatz wechselt, dann liegt es in der Natur der Sache, dass man langfristig bleiben möchte. Vor allem, wenn es Spaß macht.

Ich nehme an, Sie haben die jüngste Grazer Herbstmesse besucht. Was fiel Ihnen auf?

ZOTTER: Positiv war, dass wir damit nach wie vor Jung und Alt ansprechen. Und dass potente Besucher genauso Spaß haben wie nicht so kaufkräftige. Zum Beispiel wurden bei der letzten Herbstmesse Küchen sehr gut verkauft, wir sprechen von Küchen jenseits der 60.000 Euro.

Zotter: "Teilweise sind die Fehler schon behoben"
Zotter: "Teilweise sind die Fehler schon behoben" Foto © Georg Aufreiter

Und was war negativ?

ZOTTER: Die teilweise geringe Besucherzahl, das muss man offen ansprechen. Wir müssen aber erst analysieren, warum das so war. Teilweise sind die Fehler ja schon behoben worden.

Inwiefern?

ZOTTER: Wir haben das Team strukturiert, sind auf gutem Weg. Wir haben den Mitarbeitern auch die Dringlichkeit vermittelt.

Messe-Vorstand Armin Egger meinte, 70.000 Besucher bei einer Herbstmesse wären der Plafond. Sehen Sie das auch so?

ZOTTER: Na ja ... Einst hatte die Herbstmesse über 100.000 Besucher. Da standen hier Kühe und Bauern haben einen Mähdrescher cash bezahlt. Aber gut, diese Zeiten sind vorbei und wir müssen schauen, was im Hier und Jetzt möglich ist. Das Ziel lautet: mehr als 70.000 Besucher. Allein vom Ansporn her.

Ist eine Publikumsmesse überhaupt noch angesagt?

ZOTTER: Ja. Weil aus meiner Sicht beim Onlinehandel der Zenit erreicht ist, da man den Kontakt zum Kunden verloren hat. Daher errichten ja jetzt alle Internetfirmen stationäre Filialen. Also: Die Grazer Messe ist nicht alt, sie ist cool! Bei uns können Aussteller dem Kunden die Fachinformationen, aber auch alle Emotionen rüberbringen.

Auch bei 16-jährigen Grazern?

ZOTTER: Ja! Wobei wir da natürlich in Sachen Themen und Aussteller gefordert sind. In unseren Köpfen zum Beispiel gibt es längst eine Technikmesse. Mit dem neuesten Dampfgarer, aber auch mit den aktuellsten Playstation- und Handymodellen. Damit kannst du punkten.

Die Messe ringt ja noch mit der Stadt als Eigentümerin um eine Lösung in Sachen Althallen. Wofür plädieren Sie?

ZOTTER: Uns wäre ein Abbruch natürlich am liebsten. Eine neue Halle könnte man dann so ausführen, dass ich alle Formate spielen kann. Jetzt platzen wir zum Beispiel bei der Häuslbauermesse aus allen Nähten.

Und wie viel würden Sie nun darauf verwetten, dass Sie in einem Jahr noch hier sitzen?

ZOTTER: (lacht) Ich wette nicht. Aber ich habe ein starkes Team hinter mir. Also gehe ich davon aus, dass ich der Grazer Messe nachhaltiger erhalten bleibe.

INTERVIEW: MICHAEL SARIA

 

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