Schnee am Freitag im Süden?

Kälteste Nacht seit Jahren: Allzeithoch beim Fernwärme-Verbrauch

Die Öfen glühen: Der Raum Graz erlebte die kälteste Nacht sein fünf Jahren. Der Fernwärmebedarf der Haushalte verdoppelte sich. Meist zweistellige Minusgrade in ganz Österreich. Mit Glatteis muss auch in den Abendstunden gerechnet werden.

Am Grazer Hausberg Schöckl ist es so kalt, dass heißes Wasser sofort gefriert © Robert Köberl, Facebook/Schöcklblickkamera
 

In Ostösterreich war die vergangene Nacht die bislang kälteste dieses Winters. In Klausen-Leopoldsdorf (NÖ) sank die Temperatur auf -22,4 Grad und Zwettl auf -21,5 Grad. Sehr kalt war es aber auch in Kalwang in der Steiermark mit -19,6 Grad.

Im Südteil der Steiermark wurde (etwa an der Station Graz-Thalerhof mit minus 17,7 Grad) sogar die kälteste Nacht seit fünf Jahren (am 8. 2. 2012 hatte es minus 18 Grad) verzeichnet. Auch in Leibnitz und Gleisdorf sank die Quecksilbersäule unter minus 17 Grad.

Doppelter Wärmeverbrauch eines normalen Wintertages

Das führte auch bei der Energie Steiermark zu einem "historischen Rekord": Noch nie in der Geschichte der steirischen Fernwärme-Versorgung (Gründung 1963) war der Bedarf an Wäme so groß wie Mittoch um 7 Uhr früh, sagt Unternehmenssprecher Urs Harnik: "518.000 Kilowatt Wärme für insgesamt 65.000 Haushalte in Graz und Umgebung entsprechen fast dem doppelten Wärmeverbrauch eines durchschnittlichen Wintertags."

Natürlich muss dazugesagt werden, dass dieses Allzeithoch nicht nur an Tiefsttemperaturen, sondern auch am kontiniuierlichen Ausbau des Fernwärmenetzes liegt.

Kurioses Detail am Rande: Bei einem militärischen Festakt in Graz musste die ausgerückte Militärmusik playback spielen, da es für die Instrumente zu kalt war - die Ventile waren eingefroren.

Kälte legt kurze Pause ein

Die große Kälte geht aber zu Ende, eine Warmfront bringt in der Nacht auf Donnerstag Regen, Schnee, Glatteisgefahr und allmählich mildere Luft. Schon am Freitag kommt der Winter aber wieder zurück, diesmal zeichnet sich auch für den Süden der bislang erste nennenswerte Schneefall dieses Winters ab. 

"Stellenweise extrem glatt"

Blitzeis durch gefrierenden Regen hat am Mittwochmorgen im Großraum Salzburg für mehrere Auffahrunfälle gesorgt. Zudem rutschen zahlreiche Fahrzeuge von der Straße. Wie der ÖAMTC der APA mitteilte, konzentrierte sich das Unfallgeschehen vor allem auf die Auf- und Abfahrten entlang der Westautobahn (A1) und Tauernautobahn (A10). Meldungen über Verletzte lagen laut Rotem Kreuz zunächst nicht vor.

"Das Problem ist schlagartig entstanden. Es hat ein bisschen genieselt oder geregnet und wir hatten sofort Eisglätte", berichtete ÖAMTC-Pannenhelfer Herbert Thaler. Am frühen Vormittag standen alle Pannenfahrer des Automobilklubs im Einsatz. Thaler rät allen Verkehrsteilnehmern, aufzupassen und vorsichtig zu fahren. "Besonders auf den Brücken ist es stellenweise extrem glatt."

Winterrückkehr am Freitag

Mit der großen Kälte ist es nun aber vorbei. „In der Nacht auf Donnerstag zieht eine Warmfront durch und bringt mit teils kräftig auffrischendem Westwind Schneefall, Regen und mildere Luft“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Die Schneefallgrenze steigt allmählich auf 500 bis 800 m, inneralpin, etwa in den Tälern Salzburgs und der Steiermark bleibt es aber meist bei Schneefall. Im Osten schneit es zunächst ebenfalls bis in tiefe Lagen, hier geht der Schneefall bis zum Morgen in Regen über. Stellenweise besteht auf den unterkühlten Böden zudem die Gefahr von gefrierendem Regen, die Straßen und Gehwegen können dadurch teils spiegelglatt sein!

Kaltfront und Mittelmeertief: Schnee auch im Süden

Nach einer Wetterberuhigung und 0 bis plus 7 Grad am Donnerstag erreicht schon in der Nacht auf Freitag eine massive Kaltfront die Alpen. Diese zieht bis Freitagmittag über Österreich hinweg und gleichzeitig bildet sich ein Adriatief. Somit zeichnet sich für Osttirol, Kärnten und die südwestlichen Teile der Steiermark der erste nennenswerte Schneefall dieses Winters ab. Speziell in Lagen oberhalb von 500 bis 700 Meter kommen hier verbreitet einige Zentimeter Neuschnee dazu.

Auch die ZAMG berichtet, dass es am Freitag abgesehen von Industrieschneefall oder kurzen Schneeschauern aus Norden von Lienz bis Graz zum ersten Mal spannend bezüglich Neuschnee wird:

 

 

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