Wien Energie bremst

Murkraftwerksgegner: "Staustufe ist unwirtschaftlich"

Es sollte nur ein Formalakt sein, jetzt kam es anders: Der Aufsichtsrat der Wien Energie gibt noch kein grünes Licht zur Beteiligung beim Murkraftwerk. Die Gegner sehen die Unwirtschaftlichkeit des Projekts damit als gegeben an.

Das geplante Kraftwerk in Graz-Puntigam © Energie Steiermark
 

Das kommt für viele überraschend: Die Wien Energie steigt noch nicht beim Murkraftwerk in Graz-Puntigam ein. "Der Aufsichtsrat hat das Management mit weiteren Detailprüfungen beauftragt", heißt es aus Wien. Das ist das Ergebnis der heutigen Aufsichtsratsitzung der Wien Energie.

Allgemein war für heute ein grünes Licht zum Projekteinstieg erwartet worden. Dass es nun anders kommt, irritiert bei der Energie Steiermark offiziell nicht. "Unsere Vorbereitungsmaßnahmen für das Murkraftwerk laufen auf Hochtouren, der Baubeschluss ist nach wie vor für heuer geplant", sagt Sprecher Urs Harnik-Lauris.

Und der noch fehlende Hälftepartner? "Die Klärung von Beteiligungs-Varianten ist auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich, die Projekt-Umsetzung ist davon nicht betroffen", so Harnik-Lauris.

Gegner wittern Morgenluft

Der Aufsichtsrat der Wien Energie hat gestern über die „Mur-Staustufe Graz“ beraten. Die Wien Energie winkt vorerst ab und will aktuell nicht investieren. Dies bestätigt die Unwirtschaftlichkeit des Projekts. Der Beweis dazu wurde bereits im Jänner in einer Studie veröffentlicht. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass die Wien Energie nicht investieren will, mutmaßt Clemen Könczöl von Rettet der Mur. Der Aktivbürger fordert erneut eine Volksbefragung ein. Diese ist ja von den Magistratsjuristen und der Stadtregierung aus rechtlichen Gründen abgelehnt worden, was in den Budgetstreit mündete, der wiederum die vorgezogene Grazer Gemeinderatswahl am 5. Februar zur Folge hat.

 

Kommentare (92)

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rochuskobler
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Murkraftwerk ist Murks

Die ESTAG ist drauf und dran das nächste Millionengrab nach Mellach zu schaufeln. Die Wiener haben es offensichtlich rechtzeitig übernasert und wollen kein Geld in ein Murksprojekt investieren. Die Steirer brauchen halt wie immer ein bisschen länger. Wenn dennoch gebaut wird, wird wieder einmal das Geld der Stromkunden vernichtet und der soziale Friede in Graz gefährdet. Es scheint jedoch, als ob sich gewisse Manager wieder einmal ein Denkmal setzen wollten.

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actros122
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jeder braucht strom!!

Ich würde den gegnern gleich mal dem strom abstellen.ich würde mich freuen wenn das murkraftwerk so bald wie möglich gebaut wird das kraftwerk kahlsdorf ist doch eine bereicherung geworden für alle wie viele leute halten sich da jetzt auf und genießen die natur

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kundenkarte
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die installierte Stromleistung in Österreich ist 4x so hoch wie der Durchschnittsverbrauch

kritisch wirds nur im Winter, wenn die Flüsse wenig Wasser führen und der Stromverbrauch durch Elektroheizungen hoch ist. Da führt aber auch die Mur so wenig Wasser, dass eh jeder von selber versteht, dass die produzierte Strommenge nicht sehr groß sein kann. Jedenfalls viel zu gering, um ein 100-Millionen-Projekt zu rechtfertigen.

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Eyeofthebeholder
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@actros122: Die paar GWh braucht

in Österreich niemand! Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

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FrageDesGewissens
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Mellach und dieses Kraftwerk MÜSSEN gebaut werden

weil es ein Gegengeschäft zur SPÖ und deren Einnahmen in der Betreuungsindustrie ist.

... nur irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass auch diese Aussage meinerseits verloren geht.

-- delayed message --

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kundenkarte
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das verstehe ich nicht ganz ...

könnten Sie das näher erklären?

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FrageDesGewissens
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110 MIO für 20.00 Haushalte

so wird es von der ESTAG verkauft.

Oder anders gesagt 5.500 Euro für lächerliche 3.700kW.

Mich wundert, warum hier keine alternativen Lösungen vorgeschlagen werden DÜRFEN.

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schadstoffarm
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?

für eine Fernwärmeanschluss 15kW zahle ich 9600€

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Eyeofthebeholder
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@schadstoffarm: Wie das?

Ich habe 4900 bezahlt und 1500 Förderung bekommen.

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rolandhabel
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Worüber ich entscheiden möchte....

Ja, ich brauche Strom. Vielleicht sogar zu viel. Nein ich weiß nicht, wie man den Strom am besten erzeugt oder Transportiert.

Ich würde mir aber wünschen, dass die Politiker, welche ja ihren Wählern verpflichtet sein sollten, diese sachlich informieren würden.

Nein, ich weiß nicht, wer mit wem verflochten ist und wer wo "mitschneidet" , und ich werde es wohl nie erfahren.

Aber wenn Geld, das ich an die Stadt Graz in Form von Steuern und Abgaben gezahlt habe, für ein Projekt ausgegeben werden soll, das nur im entferntesten in Verdacht steht, mehr Schaden als Nutzen zu erbringen oder wirtschaftlich unrentabel zu sein, dann will ich gefragt werden, ob ich das auch so will.
Und ich will von den selben Politikern möglichst genaue Informationen um meine Entscheidung bei einer Befragung treffen zu können. Das ist Dienst am Bürger, wie ich ihnverstehen würde...

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schadstoffarm
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die EStag, ein gewinnorientiertes Unternehmen,

baut das Kraftwerk. Die Abschätzung der Endkundenpreise und der frei gehandelten Strompreise die wohl politisch in Deutschland gemacht werden ist schwer abschätzbar, die Estag tut sich da leichter. So weit ich das sehe schießt die Statdt Graz keine Summen zu, bei Teilen der Finanzierung des Abwasserkanals handelt es sich um ein Nullsummenspiel mit Aussicht auf Gewinn.

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Bertl1970
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Murkraftwerk

Der Grund weshalb die KPÖ dieses Bauwerk ablehnt ist der schlichte Grund das die Stadt Graz dafür kein Geld aufbringen kann,da sonst Projekte wie z.B.die Ausweitung des Schienennetzes hintangestellt würden.Der zweite Grund war die Ablehnung der Volksbefragung,da dieser Bau einen grossen Eingriff in die Natur bedeutet hätte,wie dies von einem Biologen an der Grazer Uni schon vor einiger Zeit festgestellt wurde und auch durch Gutachten belegt ist.Und letzten Endes ist auch die Rentabilität fragwürdig,da lt. Estag dieser Strom ins Ausland verkauft würde und daher nur der Gewinnmaximierung des E-Werkbetreibers dient.

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bertl2811
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An alle Beführworter des Kraftwerkes

Ihr solltet Euch etwas informieren, bevor Ihr postet. Natürlich wird bei so einem Kraftwerk Strom erzeugt, dies steht jedoch in KEINER Relation zum Schaden der damit angerichtet wird. Ja!!! - Natürlich ist erneuerbare Energie besser als Atomstrom, doch bitte nicht um solch einen Preis!!! Solange im Windpark Niederösterreich die Windräder still stehen, nicht weil sie defekt sind, sondern weil die Einspeisung des Stromes von dem Energieerzeugern nicht gewollt ist, müssen wir keine weiteren Kraftwerke bauen. Die Energieerzeuger entgegnen, dass es zur Einspeisung der Windenergie aus NÖ einer 380 KV-Leitung bedarf und haben 2003?? eine "Freileitung" beantragt, die am Widerstand der Bevölkerung und der Grünen scheiterte. Jetzt wird natürlich über Grünen geschimpft, doch der Widerstand richtete sich nur gegen die "Freileitung", da die ganze Strahlung auf uns abfällt. Unter der Erde wäre das Problem sofort gelöst, doch das ist teurer. Statt diese Mehrkosten zu tragen bauen die Energieversorger lieber ein noch viel teureres Kraftwerk und zerstören dann bestehende Systeme. Ich freue mich schon wenn die ersten Bisamratten, die stille oder langsam fließende Gewässer bevorzugen, in Graz einziehen und am Murweg die Mutti mit dem Kinderwagen erschrecken. Da werden wieder aller schreien: "Erschießen, erschießen, weg mit diesen Ratzen usw.!" Wäre es nicht besser eine unterirdische 380 KV-Leitung zu bauen und zu finanzieren, bestehend Stromerzeuger zu verwenden und nicht weiter zu zerstören?

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einfachso56
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Hr. Bertl

informieren sie sich mal!
Warum geniessen hunderte von Menschen die Freizeit in der Nähe von den Murkraftwerken Gōssendorf und Kalsdorf? Für Hunde, Spazierengeher, Radfahrer - dss beste was es gibt!

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schadstoffarm
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es gibt mittlerweile

isolierte Freileitungen ohne Strahlungsemission.

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Zottel6
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@schadstoffarm

Wenn sie dann noch mit Erdkabeln kommen, glaub ich`s wirklich!
Das Kraftwerk an sich ist völlig unnötig, ebenso der Kanal!
Das Projekt zielt einzig und allein auf die bauliche Nutzung der neuen Ufergrundstücke ab!
Damit läßt sich extrem viel Geld verdienen, da ist das Defizit dieses Pimperlwerkes völlig egal.
Bezahlen sollte dieses Wahnsinnprokekt der Grazer, weil den Kanal braucht man nur um das Abwasser um die Staumauer herum zu führen, ansonsten ist er unnötig!
Allen Befürwortern sei der Einblick in die UVP empfohlen, befindet sich eh im Netz! Das Werk wäre hochgradig umweltschädlich, wenn es gebaut würde.

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schadstoffarm
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unser Strom für unsere Leit!

ich krieg schon langsam ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.
Die einzige Möglichkeit Grazern den generellen Nutzen von Stromwirtschaft vor Augen zu führen scheint ein Blackout zu sein. Vielleicht verstehen sie "finster", obwohl ganz sicher bin ich mir da auch nicht.

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gsf1200
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kein Blackout,

im Süden von Graz steht ein neues Kraftwerk welches stillsteht und nur eigeschaltet werden müsste. So dringend kann's also nicht sein ...

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schadstoffarm
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gsf1200

Gössendorf ist das neueste und die Turbinen drehen sich. Das
es einem beim Flüchtlingsthema die Sicherung zieht verstehe ich, bei einem Kraftwerk sollte man aber eher rational argumentieren.

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jahcity
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Re: unser Strom für unsere Leit!

Jaja Meister Eder... Wissen wir eh schon alles.. Hausverstand und so... Juhuuuu

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schadstoffarm
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Jah

so vermessen bin icht nicht. Setze mittlerweile nur mehr hell/dunkel Erkennung voraus.

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smithers
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@schadstofffarm

und deshalb muss man mitten in der stadt ein kraftwerk bauen?

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hbratschi
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@smithers

vielleicht auch, weil ein wasserkraftwerk nichts "hässliches", landschaftsverschandelndes sein muss sondern einen durchaus brauchbaren naherholungsraum darstellen kann?! auch wird von den ständig die" ursprünglichkeit des flusses" betonenden gegnern geflissentlich übersehen, dass der derzeitige flusslauf auch schon lange nicht mehr "ursprünglich" ist. aber mei, man hat ja sonst nix zum jammern, nörgeln und aufregen...

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schadstoffarm
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nein muss man nicht

aber es sprechen viele Argumente dafür und wenige dagegen.

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Eyeofthebeholder
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@schadstoffarm: Es spricht ein einziges Argument

dafür!

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schadstoffarm
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das eine Argument wäre dann wohl

"alternativlos" ?

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