Graz

Brisante Uni-Studie

Regiert eine Verbotskultur in Graz? Soziologinnen der Uni Graz haben das untersucht – die wichtigsten Erkenntnisse.Von Didi Hubmann

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Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit der Stadt Graz und wohne in der Uni-Gegend. Ich habe schon den Eindruck, dass man spürt, dass die Verbotskultur zugenommen hat“, erklärt Gerlinde Malli vom Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz.

Wissenswert

Gerlinde Malli und Susanne Sackl-Sharif (Hg.) (2015). Im Schatten der Fassaden. Leben zwischen Verbot und Widerstand. Grazer Zwischenräume aus stadtsoziologischer Perspektive. Wien u. a.: Lit-Verlag.

Die Studierenden haben in diesem Buch mit persönlichen Porträts die Situationen Betroffener festgehalten: „Uns war es wichtig, neben der wissenschaftlichen Analyse in unserer Studie auch jenen Menschen Gehör zu verschaffen, die sonst kein Sprachrohr haben.“

Ihr Buch „Im Schatten der Fassaden. Leben zwischen Verbot und Widerstand. Grazer Zwischenräume aus stadtsoziologischer Perspektive“, das sie mit Susanne Sackl-Sharif verfasst hat, wird noch für Aufsehen sorgen. Nicht nur, weil sie gesellschaftliche Gruppen, „die nicht ins Wunschbild der Stadt passen“, wie Bettler, Sprayer, systemkritische Jugendliche, Straßenmusiker, interviewt haben. Sondern auch, weil ihre Erkenntnisse über die „Verbotsstadt Graz“ (analysiert über mediale Veröffentlichungen) brisant sind: Graz konzentriere sich so stark auf Sauberkeits-/Sicherheitsaspekte, dass es dadurch im öffentlichen Raum zum Ausschluss jener Menschen, die sich diesem propagierten Stadtbild nicht anpassen, komme.

Malli: „Diese Menschen werden abgedrängt in Seitenstraßen, eine konsumgerechte und heile Welt soll so erschaffen werden. Probleme wie die zunehmende Arbeitslosigkeit, auch unter Akademikern und durch alle Gesellschaftsschichten, werden leider genauso verdrängt.“

Kommentare (2)

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ildefonso
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12
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Brisant?

"Habe schon das Gefühl...", naja wenn eine wissenschaftliche Studie von einem persönlichen Gefühl ausgeht... Im übrigen mich hat auch niemand interviewt wie ich so als Hausbewohner das finde wenn unser Haus beschmiert wird, in regelmäßigen Abständen die Gehsteige vor dem Haus von Erbrochenem, Glasplittern, etc... gesäubert werden müssen... Ob das von sogenannten gesellschaftskritischen Gruppen verursacht wird wage ich zu bezweifeln...

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ildefonso
5
7
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Na liebe Rotstrichler...

...blöd wenn man sich betroffen fühlt...

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