Nach Wohnungsbrand

"Ohne uns wäre die Katze sicher gestorben"

Ihr Einsatz ist in aller Munde: Christopher Puschnig (Feuerwehr Graz) und Patrick Vidovic (Rotes Kreuz) beatmeten eine Katze mit Sauerstoff. Von Michael Saria

Christopher Puschnig
© BF Graz
 

Christopher Puschnig lacht. „Ja, die Gschicht hat ordentlich die Runde gemacht.“ Dass er an diesem Mittwoch gleich in aller Früh Rede und Antwort steht, spricht für den 28-Jährigen – denn eigentlich hat der Liebocher frei. Nach einem kuriosen und spektakulären 24-Stunden-Dienst: Wie die Kleine Zeitung berichtete, war es dem Mitarbeiter der Grazer Berufsfeuerwehr zusammen mit einem Kollegen des Roten Kreuzes gelungen, eine Katze zu retten. Mithilfe einer Sauerstoffmaske.

In einer Wohnung in der Grazer Sandgasse hatte am Dienstag erhitztes Öl einen Küchenbrand ausgelöst. Seit gestern ist klar, dass der 19-jährige Wohnungsinhaber, der selbst das Feuer löschen wollte, Verbrennungen an den Beinen erlitt.

Rauchgasvergiftung

„Drei Kollegen sind samt Atemschutzgerät in die Wohnung rein, wir haben vorne heraußen auf die Übergabe möglicher Verletzter gewartet“, so Feuerwehrmann Puschnig. Und dazu gehörte halt plötzlich auch eine Katze. „Sie hatte schon Schaum vor dem Mund, was auch bei Menschen ganz typisch ist bei einer Rauchgasvergiftung.“

Das Tier habe nur noch ganz flach geatmet, „ohne uns wäre sie mit Sicherheit gestorben“. Also galt es, keine Zeit zu verlieren. „Weil es schneller gegangen ist, bin ich gleich zu den Kollegen vom Roten Kreuz wegen der Beatmungsmaske gelaufen und hab’ erklärt, was ich damit vorhabe. Die haben dann schon große Augen gemacht.“ 

Patrick Vidovic
Foto © Rotes Kreuz

Patrick Vidovic zumindest ist sofort darauf eingestiegen: Der 24-jährige Zivildiener beim Roten Kreuz reichte Puschnig eine Sauerstoffmaske und auch Wasser für die Katze. „Mir war klar, dass wir es in jedem Fall probieren müssen“, betont Vidovic, in Gratwein-Straßengel daheim.

Rund 15 Minuten lang habe man die Katze beatmet – mit Sauerstoff und mit Erfolg. „Bei der sogenannten Brandnachschau, bei der mit einer Wärmebildkamera noch einmal alles kontrolliert wird, war auch die Mutter des Wohnungsinhabers dabei. Sie meinte, dass es der Katze den Umständen entsprechend gut geht“, weiß Puschnig.

Kommentare (4)

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Bewohnerin2
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In Zeiten wie diesen....

wo es so viele sinnlose Tote gibt (Schlepper) finde ich diesen Hype um die Katze schon sehr befremdlich....ich will damit die Leistungen der BF nicht schmälern....aber es ist traurig, das man anscheinend nur so gelobt wird wenn man irgendwo eine Katze vom Baum holt...wenn die Jungs Menschen retten wird lang nicht so ein damdam gemacht...

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ed
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gut gemacht!

Hinweis: Beim Schlachthof in Graz in der Lagergasse gibt es tausende Tiere zu retten. Hilfreich ist, wenn man Ihnen vorher einen Namen gibt und sie ein wenig streichelt und in die Augen schaut, dann fällt die Rettung wesentlich leichter.

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MPOV
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Eben darum, weil es genug Tierleid gibt! Umso schöner, wenn 1 Leben zwischendurch mal gerettet werden kann.
Sie sind sicher WIE ICH Vegetarier, nehme ich an? Andernfalls wäre diese Gegenüberstellung nicht angebracht.
Übrigens, wer bei einer Rettungsaktion ROT klickt, hat ein gröberes Problem!

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MPOV
7
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Ein großes Dankeschön an die beiden jungen Männer für so viel Herz und Empathie.
Von solchen Menschen müsste es viel mehr geben.

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