Grazer Forschung

Die Pizza aus dem Drucker

Es klingt, als würde es einer Science-Fiction-Serie entspringen: Aber tatsächlich könnten unser Essen und unsere Medikamente schon bald aus dem Drucker kommen. Forscher des RCPE beschäftigen sich mit dieser Technologie. Von David Knes

Die Pizza aus dem Drucker – noch ist es Zukunftsmusik, für zumindest Proteinriegel könnte die Anwendung aber schon bald Realität sein © Montage: Fotolia (2)
 

Die Nasa fördert derzeit ein Forschungsprojekt, das dazu beitragen soll, die Ernährungsproblematik auf langen Missionen, wie etwa einer Reise zum Mars zu beheben. Die Idee dahinter: Nahrungsgrundstoffe, wie Proteine, Kohlenhydrate oder Zucker in pulverisierter Form, sollen an Bord mittels eines 3D-Druck-Verfahrens zu vollwertigen Mahlzeiten zusammengesetzt werden.

Während Produkte mit wenigen Komponenten wie Schokolade schon gedruckt werden können, dürften richtige, appetitliche Mahlzeiten noch eher Zukunftsmusik sein. „Das Problem dabei ist, diverse Grundsubstanzen so zu verändern, dass sie haltbar sind und auch schichtweise gedruckt werden können“, erklärt Miriam Wimmer-Teubenbacher, die sich im Rahmen ihrer Dissertation an der TU Graz mit ähnlichen Verfahren beschäftigt. Fix ist: Die allgemeine Ernährung wird so bald nicht aus dem Drucker kommen. Spezielle Anwendungen, wie Proteinriegel für Profisportler kann sich die Forscherin hingegen vorstellen.

Grazer Technologie

Gemeinsam mit Heinz Pichler und Wen-Kai Hsiao forscht Miriam am K1-Kompetenzzentrum RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) an einem ähnlichen Verfahren. Dabei geht es nicht um Essen, sondern um die Medizin: Die Form von Medikamenten soll damit revolutioniert werden. Das Prinzip dahinter sei gar nicht so kompliziert, so Heinz Pichler: „Ähnlich wie bei einem Tintenstrahldrucker werden die Wirkstoffe auf Esspapier gedruckt. Durch genaueste Dosierung und die spezielle Anpassung an den Patienten werden Nebenwirkungen reduziert.“ Das System könnte beispielsweise in Krankenhäusern eingesetzt werden: Je nach Größe, Gewicht und Leiden des Patienten würde ihm dann nur ein einzelner Streifen mit allen Wirkstoffen verabreicht werden.

HOFFMANN SABINE
Forschen an Medikamenten zum Drucken: Miriam Wimmer-Teubenbacher und Heinz PichlerFoto © HOFFMANN SABINE

Auch älteren Menschen, die oft täglich viele verschiedene Medikamente benötigen, könnte damit geholfen werden. Die Forscher schätzen, dass das Verfahren in etwa fünf Jahren tatsächlich einsatzbereit sein könnte, jedoch wegen der strengen behördlichen Zulassungsverfahren erst in zehn Jahren auf den Markt kommen werde. Gesundheitliche Bedenken räumt Miriam jedenfalls aus: „Wir verwenden ja bereits zugelassene Wirkstoffe und ändern nur deren Form.“ Der „Medikamenten-Drucker“ ist übrigens 120.000 Euro wert. Ähnliche Modelle werden auch in anderen Bereichen, wie der DNA-Diagnostik, eingesetzt.

Bleibt nur die Frage offen, ob die Studierenden eine Pizza downloaden, ausdrucken und essen würden – wenn das schon möglich wäre: „Wir würden es sicher probieren!“ – Im Sinne der wissenschaftlichen Neugier . . .

Kommentare (5)

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ichnichtglauben
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Erfindung für Mc Donald

Der gleiche gute Fraas

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Aiakos
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Echt? Wo hast du es gekostet?

?

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globali
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Dann lies einmal nach

rcpe.at

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Aiakos
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Geschmacksinn in den Augen?

?

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ChihuahuaWelpe55
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Einmal

Salat mit allen enthaltenen Vitaminen in den Salatblättern und Kernöldressing bitte!

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