Menschenrechtspreis

Ihr Engagement kennt keine Grenzen

Schwester Brigitta Raith (54) ist eine von drei Steirern, die in dieser Woche mit dem Menschenrechtspreis 2014 ausgezeichnet worden sind. Sie engagiert sich seit 23 Jahren für Menschen im Kongo.Von Monika Schachner

Schwester Brigitta Raith
Schwester Brigitta Raith © KK
 

Alle drei Jahre kommt Schwester Brigitta Raith nach Hause, nach Fladnitz an der Teichalm. Ihre elf Geschwister leben in der Oststeiermark. Sie selbst hat 1992 die Demokratische Republik Kongo zu ihrer neuen Heimat gemacht – der sie all ihre Kraft schenkt.

„In der Hauptstadt Kinshasa sind wir zu zwölft, im Kongo 26“, erzählt Schwester Monika Schoner – sie gehört wie Schwester Brigitta zu den „Missionarinnen Christi“ und übernahm für diese auch den Menschenrechtspreis 2014. Zu Raiths Werken zählt etwa die Gründung einer Krankenstation gleich neben der großen Mülldeponie von Kinshasa. „Wir behandeln unsere Patienten gegen Malaria oder Diabetes, viele Frauen kommen auch, um bei uns zu entbinden.“ 2500 Menschen sind es mittlerweile pro Jahr.

Doch auch im Regenwald, in Yemo, versuchen die Schwestern zu helfen: Quer durch ein Sumpfgebiet und über einen 14 Kilometer langen Damm sollen künftig Mais, Kaffee, Maniok, Soja oder Reis zum Fluss und weiter nach Kinshasa gebracht werden. 5000 Menschen könnten so ihre Waren vermarkten. Ebenso in dieser Region bauten die Missionarinnen eine Schule für Mädchen aus armen Familien, die nun schneidern lernen und die Matura absolvieren können.

Spenden erbeten an:
Missionarinnen Christi, IBAN AT40 4501 0000 0010 6682

 

Sabine Hoffmann Birgit Benke
Birgit BenkeFoto © Sabine Hoffmann

„Robinson Crusoe“ neu gedacht

Birgit Benke bekam den Preis für ein Integrationsprojekt.

Dass der Kontakt mit dem Fremden so früh wie möglich geschehen soll, davon ist Birgit Benke (50) überzeugt. Mit Peter Faßhuber vom Theater Oberzeiring und der aus Spanien stammenden Tänzerin Veza María Fernández konzipierte sie das Tanztheater „Schattenkinder – Kinder auf der Flucht ins Licht“. Ausgeführt wurde es von den Dritt- und Viertklässlern der Volksschule Großlobming.

„Das Stück ist an ,Robinson Crusoe‘ angelehnt und erzählt von Kindern, die auf einer Insel angeschwemmt werden und dann auf Freitag treffen“, erzählt die Mutter einer Tochter. „Sie haben sich ganz langsam angenähert. Am Ende haben sie sogar gemeinsam gespielt.“

Sieben Nachmittage lang wurde das Stück geprobt, die Aufführung dann zum vollen Erfolg: „Die Eltern waren so stolz auf ihre Kinder“, freut sich die Sozialpädagogin, die das Projekt in ihrer Freizeit umsetzte. Selbst Buben, die sonst nur auf dem Fußballfeld anzutreffen seien, hätten mitgetanzt. Gerade für kleinere Kinder sei Tanztheater optimal, da sie sich ohne Worte in ein Stück hineinfühlen können.

 
Sabine Hoffmann Kurt Senekovic
Kurt SenekovicFoto © Sabine Hoffmann

Nach der Achterbahn Halt gefunden

Kurt Senekovic kümmert sich um psychisch kranke Menschen.

Mir wurde geholfen, nun bin ich dran“ – selbst vor Jahren psychisch erkrankt, hat Kurt Senekovic 2002 den Verein „Achterbahn“ gegründet, eine Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Tendenz: stark wachsend. Mittlerweile können sich Betroffene nicht nur in Graz, sondern auch in Liezen, Kapfenberg, Deutschlandsberg, Hartberg und Weiz an die „Achterbahn“ wenden. 4000 persönliche Kontakte allein im Vorjahr und mehr als 11.000 Zugriffe pro Monat auf das Online-Magazin des Vereins zeugen davon.


„Das Leben ist so schnell und in der Arbeit wird immer mehr verlangt“, nennt Senekovic einen Grund dafür. Darüber hinaus sei psychisch krank zu sein kein Tabu mehr. Der Verein sieht sich als niederschwelliges Angebot. „Diese Menschen wollen sich oft nur etwas von der Seele reden, und sie haben das Gefühl, sich bei uns nicht verstellen zu müssen.“ Für viele ist der Verein zur zweiten Familie geworden. Auch gemeinsame Aktivitäten stehen auf dem Programm: töpfern, Ausflüge – und geht es nach Senekovic bald auch garteln: „Wir suchen ein Grundstück zum Pachten. Dort wollen wir einen Garten anlegen und gemeinsam bearbeiten.“ Auch seine Mitarbeiter werden mit anpacken. Senekovic: „Auf mein Team ist zu 100 Prozent Verlass.“


Spenden erbeten an: Verein Achterbahn, IBAN AT51 1200 0521 1005 9119

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