300.000 EURO SCHADEN

Stadt Graz kämpft weiter gegen Vandalismus

Umstrittene Plakate waren der Beginn: Nun legt Stadt Graz bei Workshops an Schulen nach und zählt auch auf AHS. Von Michael Saria

Vandalismus in Graz
© Gernot Eder
 

Siegfried Nagl schnappt sich noch einmal ein Plakat und schmunzelt beim Verlesen der provokanten Zeile: „Völlig besoffen ein Rad zerstört. Bravo.“ Doch so umstritten die im Jahr 2011 affichierten Plakate waren – diese Aktion war erst der Anfang, betonte der Grazer Bürgermeister gestern: Die Kampagne in Sachen Bewusstseinsbildung gehe weiter. Zum einen kann sich Nagl vorstellen, dass solche Sujets in Straßenbahnen zum Zug kommen – in jedem Fall aber wird die Zahl der Workshops an Schulen heuer verdoppelt.

Denn genau in jungen Jahren wolle man ansetzen: „Mit diesen Workshops wollen wir den Gruppendruck in positiver Hinsicht erhöhen, denn es macht einen Unterschied, ob jemand im entscheidenden Moment angestachelt oder zurückgehalten wird“, betont der städtische Sicherheitsmanager Wolfgang Hübel.

Das Engagement kommt nicht von ungefähr: Abgesehen von der gesellschaftlichen Tragweite geht es der Stadt um die monetäre Komponente. Allein durch Vandalismus wird in Graz jährlich ein Schaden von rund 300.000 Euro angerichtet. "Vandalismus heißt demolierte Autos, vollgekotzte Gehsteige, ausgerissene Blumen. Die Täter sind meist 16 bis 25 Jahre alt", so Nagl.

Also arbeitet die öffentliche Hand nicht nur plakativ dagegen, sondern eben auch in Workshops: Knapp 1800 Schüler haben bereits teilgenommen („Vorwiegend an Neuen Mittelschulen, wir hoffen auch auf die AHS“) – nun wird die Zahl der angebotenen Einheiten verdoppelt. In diesen wird staunenden jungen Damen und Herren erklärt, dass man mit Jahren strafmündig sei, wie Workshop-Leiterin Barbara Apschner betont – und dass eine vermeintlich harmlose, weil „b’soffene Gschicht“ langfristig „im Computer bleibt und Karrieren verhindern kann“.
Denn jene Anekdote, die man sich erzählt, ist wohl die Ausnahme: Die Polizei wurde ins Grazer Univiertel gerufen, ein Betrunkener stehe auf einem Auto und demoliere dieses. Wie sich herausstellte, trampelte der Mann auf seinem eigenen Auto herum . . .

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the_critic
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Dreck auf obere CvH

Seit Tagen ist die Bim-Spur am Beginn der Conrad-von-Hötzendorfstraße voll von erdigem Dreck. Aber ich schätze, das zählt nicht als Vandalismus, sonst wäre das ja schon längst gesäubert.

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Efried
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7
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aktio gleich reactio

vielleicht sollte Nagl der Jvp sagen, weniger auf Saufevents zu setzen.
und die vp sollte mehr jugendkultur und weniger konsumismus fördern

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