Steirer des Tages

Latein rund um den Erdball

Robert Lichtensteiner und Gernot Höflechner (beide 28) gewannen den E-Learning-Preis der Universität Graz – mit einem Lateinprogramm. In Zukunft soll ihr Programm auch helfen, andere Sprachen zu erlernen.

Uni-Preis-Gewinner: Robert Lichtensteiner und Gernot Höflechner
Uni-Preis-Gewinner: Robert Lichtensteiner und Gernot Höflechner © Johanna Birnbaum
 

Offen, modern, eloquent und mit einer vermeintlich toten Sprache sowie elektronischen Medien auf Du. Robert Lichtensteiner und Gernot Höflechner haben mit ihrem Projekt „Arethusa – viribus unitis“ ein Programm entwickelt, das es ermöglicht, mit Neuen Medien von jedem Internetzugang aus Latein zu lernen und zu vertiefen. Nicht nur alleine, sondern auf einer Plattform, wo Diskussionen und Austausch um Übersetzungen durchaus erwünscht sind.

Zur Person

Robert Lichtensteiner (28), Graz
Ausbildung: abgeschlossenes Studium der Alten Geschichte, derzeit Lehramtsstudium Latein und Geschichte
Gernot Höflechner (28), Berlin
Ausbildung: Studium Latein und Alte Geschichte; Programmierer
Arethusa: „http://arethusa.latin-language-toolkit.net
„Elch“: E-Learning-Auszeichnung

Ihr Programm überzeugte auch die Jury der Auszeichnung „E-Learning Champion 2014“ (Elch), die vom Vizerektorat für Studium und Lehre an der Karl-Franzens-Universität Graz jedes Jahr vergeben wird. Online wurde schließlich das Siegerprojekt gewählt, und die beiden Grazer holten sich ihren „Elch“ für Studierende.

Sommerkurse

„Wir sind darauf gekommen, weil wir uns im Rahmen von Sommerlateinkursen, die wir an der Uni gehalten haben, gedacht haben, dass das doch effizienter gehen muss.“ Das Geheimnis ihres Programms: „Einzelpersonen können ihre Lateinkenntnisse durch gezielte Analyse lateinischer Texte vertiefen. Doch auch die Wissenschaft profitiert, denn die Arethusa-Nutzer bringen wertvolle Beiträge ein.“ Mit Arethusa, das in Zukunft auch den Lernzugang für andere Sprachen ermöglichen soll, haben die beiden gemeinsam mit ihrem Freund Christoph Sirk auch schon mit der Tufts University Boston und der Universität Leipzig universitäre Partner gefunden.

Ihr Programm sehen die beiden als „Open Source“, als offene Plattform, in die sich jeder einbringen kann. Daran soll auch die bald räumliche Trennung nichts ändern. Während sich Lichtensteiner auf den Abschluss seines zweiten Studiums und eine Karriere als Lehrer vorbereitet, startet Höflechner seine Karriere als Start-up-Teamleiter in Berlin.

JOHANNA BIRNBAUM

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