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Interkonfessioneller Friedhof in Graz: Ein Gräberfeld für die Menschenwürde

In Graz entsteht der erste interkonfessionelle Friedhof der Steiermark. Nördlich des Urnenfriedhofes wird gerade ein muslimisches Gräberfeld für 200 Gräber errichtet.

 
Es ist ein Zeichen der Menschenwürde", sagt Integrationsreferent Siegfried Nagl. "In Graz wird die Religionsvielfalt immer größer, diese Menschen haben ein Recht darauf, ordentlich bestattet zu werden - gerade in einer Menschenrechtsstadt." Dem Rechnung tragend errichtet die Grazer Bestattung nördlich des Urnenfriedhofes einen interkonfessionellen Friedhof. In einem ersten Schritt entsteht ein muslimisches Gräberfeld für 200 Gräber.

Blickrichtung nach Mekka. "Diese sind natürlich nach Mekka, der heiligen Stadt des Islam, ausgerichtet", sagt Karin Hirschmugl von der Grazer Bestattung. Auch die Toten selbst werden in Seitenlage mit Blickrichtung nach Mekka und eingewickelt in ein weißes Tuch bestattet - wie es der muslimische Ritus vorsieht.

Aufbahrung. Sieben Gräber bestehen bereits, der Erste wurde am 6. Juni 2008 hier begraben. Jetzt folgt die volle Infrastruktur. Hirschmugl: "Wir errichten eine Mauer, die entsprechenden Gehwege und die notwendigen Gebäude." Darin ist neben Toiletten und Kühlräumen auch ein Raum für die rituellen Waschungen vorgesehen. "Diesen Raum werden wir aber auch als Thanatopraxieraum nutzen", verrät Hirschmugl. Dort können Verstorbene hygienisch und ästhetisch für die Aufbahrung hergerichtet werden. Im Spätsommer soll die ganze Anlage fertig sein, die Gesamtkosten belaufen sich auf 410.000 Euro.

Interkonfessioneller Friedhof. Dieses muslimische Gräberfeld ist aber nur ein erster Schritt. Platz ist für weitere zwei Gräberfelder, darüber hinaus sollen später hier auch zum Beispiel Buddhisten oder nicht religiöse Menschen begraben werden. "Dieser interkonfessionelle Friedhof wird auf jeden Fall von der Grazer Bestattung selbst verwaltet", betont Hirschmugl.

Zentralfriedhof. Bautätigkeiten sind aber auch am Zentralfriedhof, der seit 1894 von der Grazer Stadtpfarrkirche verwaltet wird, im Gange. Die historischen Gruftarkaden werden gerade in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz saniert und bekommen eine moderne Urnenwand mit zeitgemäßer Gestaltung - ein spannender Dialog von alt und neu. Die Kosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf rund 780.000 Euro. Die Einweihung soll noch im Mai stattfinden.

2,1 Millionen Euro. Anschließend werden auch die anderen Bauwerke am Zentralfriedhof, an denen der Zahn der Zeit genagt hat, umfassend saniert. Notwendige Kosten: rund 2,1 Millionen Euro.

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