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Graz

Reinighaus-Gründe verkauft: Ernst Scholdan im Interview

Asset-One-Chef Scholdan über den 80-Millionen-"Notverkauf" der Reininghaus-Gründe an die Stadt und seine Rolle bei der weiteren Entwicklung des Areals.

 

Herr Scholdan, Sie verhandeln über den Reininghaus-Verkauf an die Stadt. Sind die Verhandlungen im Finale?

ERNST SCHOLDAN: Im Finale ist man, wenn die Tinte auf den Verträgen trocken ist.

Um welche Summen dreht es sich, rund 100 Millionen Euro wurden ja kolportiert . . .

SCHOLDAN: Sollte die Stadt mit ihrem Konsortium unsere Gründe in Puntigam und Reininghaus kaufen, stimmt diese Summe, nur für Reininghaus liegt die Größenordnung bei 80 Millionen. Aber durch die Umwidmungen, die die Stadt vornehmen kann, verdoppelt sich der Wert ja.

Bürgermeister Siegfried Nagl verwehrt Ihnen die Umwidmung, weil das Areal filetiert verkauft worden wäre. Nun will er es mit einem Banken-Konsortium für die Stadt kaufen, damit Graz den Aufwertungsgewinn einstreifen kann. Fühlen Sie sich erpresst?

SCHOLDAN: Nein, man kann das nicht verübeln. Die Stadt, die für Infrastruktur und Erschließung des Areals aufkommt, will auch Gewinne machen.

Sie sind mit großen Visionen an die Entwicklung des "idealen Stadtteils" herangegangen, jetzt müssen Sie verkaufen. Bereuen Sie Ihr Investment und wo sehen Sie die Kardinalfehler?

SCHOLDAN: Als klar war, dass es um Dichte und Aufwertungen geht, war ein G'riss um das Areal. Aber die Krise hat es mühsam gemacht, Finanzierungen aufzubringen. Ich bereue nichts, weil unsere konzeptive Vorarbeit gut war und Eingang in den Flächenwidmungsplan findet.

So wie Sie heuer ins Lenkrad gegriffen haben, riecht das nach einem echten Notverkauf. Wie nah am Abgrund war die Asset One?

SCHOLDAN: Wir haben die Grundstücke in Puntigam ja verkauft, um Eigenkapital für die Entwicklung in Reininghaus aufzubringen. Da sind unsere Umsätze mit der Krise zurückgegangen. Bis 2011 hätte Asset One unter diesen Bedingungen noch weiter machen können. Dann wäre möglicherweise alles unwiederbringlich verloren gegangen.

Wie viel Geld haben Sie verbrannt?

SCHOLDAN: Gelingt der Verkauf an die Stadt wie geplant, habe ich durch das Investment kein Geld verloren. Aber Manpower, Entwicklungsarbeit, die Pläne, dafür bekommen wir nichts zurück.

Trauen Sie der Stadt zu, das Areal zu entwickeln? Riecht das nicht nach Genossenschaftsbau?

SCHOLDAN: Ich glaube nicht, dass flächendeckend Plattensiedlungen kommen.

Geht die Asset One bei diesem Deal eigentlich ganz von Bord?

SCHOLDAN: Nein, ich gehe nicht von Bord. Ich werde weiter eine Rolle spielen und mich bei der Entwicklung einbringen.

Sie bleiben Berater?

SCHOLDAN: Details verrate ich noch nicht, wir verhandeln noch.

INTERVIEW: BERND HECKE

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