14 ° C
Graz

Graz

Abbiegeverbot ignoriert: Bus kollidierte mit Tram

Rettungs-Goßeinsatz nach spektakulärem Unfall bei der Grazer Oper: Buslenker hatte Linksabbiegeverbot ignoriert, eine Straßenbahn rammte den Bus voll. Bis auf eine Verletzte konnten am Freitag bereits alle Opfer in häusliche Pflege entlassen werden.

 

Der Tagesausflug zum Parlament in Wien endete Donnerstagnacht für eine Reisegruppe aus dem Großraum Graz dramatisch. Wenige Meter vor dem Ziel bei der Grazer Oper wurde ihr Reisebus von einer Straßenbahn gerammt. Und das, weil der Busfahrer ein Abbiegeverbot ignoriert hatte. 16 Personen wurden teils schwer verletzt. Wie die Verkehrsinspektion am Freitag bekannt gegeben hat, sind bis auf eine verletzte Person bereits alle Opfer aus dem Krankenhaus entlassen worden und befinden sich teilweise in häuslicher Pflege.

Kreuzung

"Wir waren noch etwa 25 Leute im Bus, einige sind schon beim Stadion ausgestiegen", erzählt der Leiter des Ausflugs, der vom Karl-Renner-Institut der SPÖ organisiert worden war. Bei der Franz-Graf-Allee hinter der Oper sollten auch die letzten Passagiere aussteigen. Offenbar wollte sich der Fahrer den Umweg über den Glacis ersparen und bog am Kaiser-Josef-Platz nach links ein - unmittelbar nachdem ein anderer Bus die Kreuzung überquert hatte. Deshalb hatte er auch nicht die Straßenbahn der Linie 7 gesehen, die sich vom Glacis näherte.

Dann krachte es. Fast ungebremst bohrte sich die Tram in die rechte Flanke des Reisebusses. Glas splitterte, Fahrgäste begannen zu schreien. "Es sind alle durcheinander gerannt", schildert eine Reiseteilnehmerin. Insgesamt wurden im Bus 14 Fahrgäste verletzt, drei schwer. In der Straßenbahn hatten sich zu diesem Zeitpunkt - es war 22.15 Uhr - nur wenige Fahrgäste befunden. Ein Passagier wurde verletzt, am schwersten aber erwischte es Fahrer Christian P. (29). "Er wurde mit Infusionen versorgt und ins Spital eingeliefert", erzählt Johann Müller, Betriebsleiter bei den Grazer Verkehrsbetrieben. Der Mann konnte laut Verkehrsinspektion vom Freitag bereits in häusliche Pflege entlassen werden.

Das Rote Kreuz versorgte mit 35 Helfern die Opfer. "Trotz des großen Ausmaßes haben wir den Unfall relativ schnell abgearbeitet", bilanziert Einsatzleiter Gilbert Acham. Anfangs hatten die Sanitäter jedoch damit zu kämpfen, die leicht bzw. nicht verletzten Passagiere von schaulustigen Passanten zu unterscheiden. Laut Graz AG entstand an der Straßenbahn "beträchtlicher" Schaden, der jedoch noch nicht genau ermittelt werden konnte. Techniker müssten erst feststellen, ob sich der Unterbau der Tram verzogen hat. In dem Fall könnte der Schaden mehr als 100.000 Euro betragen. Am Reisebus entstand laut Polizei Totalschaden.

Kommentieren

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.