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Banküberfälle: Die Zeit der Profis ist vorbei

Die "Moneymaker-Bande" soll jeden Cent aus ihren 26 Banküberfällen ausgegeben haben: in Bordellen, Spielkasinos und mit Alkohol und Drogen. Insegsamt haben Banküberfälle in Österreich aber abgenommen.

© APA
 

Ihr Vorbild war allen Ernstes der "coole Onkel Charlie". Jene beiden Mazedonier, die als die eifrigsten Serienbankräuber in die österreichische Kriminalgeschichte Eingang gefunden haben, strebten den Lebensstil von Charlie Harper an. Für den Protagonisten der US-Sitcom "Two and a half men" zählen nur Alkohol, Frauen und Müßiggang.

Tatsächlich verprassten Vulnet H. (34) und Nuri N. (33) die Millionenbeute aus insgesamt 26 Banküberfällen seit 2004 bis auf den letzten Cent, frequentierten Bordelle, Spielkasinos und gaben sich Alkohol und Drogen hin. So brachten sie es zwar nicht als TV-Stars, sondern als Schwerkriminelle zur Serienreife. "Moneymaker-Bande" wurde die Gruppe genannt (es gibt noch weitere Komplizen), weil ihnen bei einem Coup 2006 ein Sackerl geplatzt war und sie wie beim gleichnamigen TV-Gewinnspiel die Geldscheine mit bloßen Armen davontragen mussten.

Wie berichtet, sitzt Vulnet H. schon seit 2009 in Stein, sein Komplize und bester Freund wurde heuer mithilfe steirischer Raubermittler in Berlin gefasst, nachdem er in Graz seine bisher letzte Bank überfallen hatte.

Bekannte Vorgänger

Zu einiger Prominenz haben es die "Moneymaker" in Österreich also doch gebracht, wenngleich es in ihrem Metier nicht minder namhafte Vorgänger gab. Da hatten etwa die "Daltons" von 2007 bis 2009 die Polizei in Wien und in Oberösterreich auf Trab gehalten. Sieben geglückte und zwei versuchte Überfälle gehen auf das Konto der fünfköpfigen internationalen Bande, die ihren Namen durch die unterschiedliche Körpergröße der Mitglieder bekam. Sie wurden gefasst, der Kopf und gleichzeitig der Größte der Bande im April zu 14,5 Jahren Haft verurteilt.

Geschwister waren die "Daltons" nicht, im Gegensatz zu drei Brüdern aus Oberösterreich, die eine Raubserie in Ober- und Niederösterreich sowie der Steiermark begingen. Sie schlugen von 2005 bis 2009 zu, jeweils im November und Dezember, 14-mal insgesamt. In Blindenmarkt wurde bei einem Schusswechsel ein Sicherheitsmann schwer verletzt. Das Trio bekam heuer hohe Haftstrafen aufgebrummt.

Trotz der spektakulären Serien ist die Zahl der Banküberfälle rückläufig (siehe Infokasten). Auch die Täterstruktur ändert sich. Statt echter Profis waren zuletzt eher Verzweiflungstäter am Werk - Durchschnittsbürger, die im Bankraub den letzten Ausweg aus der Schuldenfalle sehen.

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