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Bessere Chancen für Junge

Von den Londoner Verhältnissen ist Graz weit entfernt. Die Jugend-Arbeitslosigkeit ging im Vergleich zu 2010 um beinahe sieben Prozent zurück.

 

Die Londoner Jugendrandalen bestimmten wochenlang die Schlagzeilen. Doch in Graz besteht laut Experten diese Perspektivenlosigkeit nicht. Grund: Die Wirtschaft wächst und die Jugendarbeitslosigkeit sank um 6,6 Prozent. "Jugendliche verlieren in der Krise meist zuerst ihre Jobs, profitieren aber vom Aufschwung am schnellsten", folgert Karl-Heinz Snobe vom AMS Graz, das auch ein Ausbildungszentrum für Jugendliche bietet. Selbst Bürgermeister Siegfried Nagl hat ja jetzt die Jugendarbeit zu seinem Leitthema erklärt.

Diesbezügliche Verbesserungsansätze hat Helmut Steinkellner, Leiter der Grazer Caritas Jugendstreetwork, im Beseitigen der versteckten Jugendarbeitslosigkeit erkannt. Steinkellner: "Das Problem sehe ich derzeit bei diversen angebotenen Kursen und Praktika. Dort sind viele Jugendliche nur geparkt." Er fordert fixe Arbeitsplätze und "keine temporären Stellen, wo Jugendliche nach ein paar Monaten wieder arbeitslos sind". Das sei perspektivenlos und führe zu Stigmatisierung.

Von Arbeitslosigkeit betroffene Jugendliche haben oft keinen Schulabschluss, da zu wenig Bildungsmöglichkeiten gegeben sind, was zu Orientierungslosigkeit führen kann. Viele haben zu große Erwartungen und fallen bei Absagen in ein tiefes Loch. "Wichtig ist, die Jugendlichen aufzufangen und bei ihrer Jobsuche zu begleiten. Wir helfen ihnen bei Bewerbungen und Lebensläufen oder üben Interviewsituationen", sagt Streetworkerin Kerstin Stöhr.

Arbeitslose Jugendliche brauchen die Bestätigung, etwas wert zu sein. "Sonst wirkt das demotivierend und kann zu depressivem oder aggressivem Verhalten führen", so Steinkellner.

Um das zu vermeiden, ermöglicht auch die Betreuungseinrichtung Wiki Jugend gezielte Jugendtreffs. "In Graz gibt es fünf Youth Points. Dort können sich Jugendliche in Gruppen aufhalten und ihre Freizeit sinnvoll gestalten", erklärt Obmann Bernhard Ederer. Ein (öffentlicher) Ort, an den sich Junge zurückziehen können, ist auch für Steinkellner wichtig. Denn: "Jugendliche nützen den öffentlichen Raum als Lebensraum."

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