Estag beendet Pause für Murkraftwerk

Der Landesenergieversorger hat genug vom Warten: Weil die Politik keinen Termin für eine Volksbefragung findet, nimmt die Estag die Planungen zum Grazer Murkraftwerk wieder auf.

 

Monatelang hat man sich bei der Energie Steiermark in Geduld geübt, jetzt hat der Aufsichtsrat eine Entscheidung getroffen. Der Konzern will die Planungen zum Murkraftwerk in Graz-Puntigam nicht länger pausieren lassen. Wie die Kleine Zeitung erfuhr, laufen die Planungen ab sofort wieder an.

Wie berichtet, hat der Landesenergiekonzern das Kraftwerksprojekt auf Eis gelegt, nachdem der Grazer Bürgermeister im Herbst zum strittigen Thema eine Volksbefragung angekündigt hatte. "Das war im Oktober", sagt Vorstandschef Oswin Kois. "Da hatte es geheißen, dass im November abgestimmt wird. Dann hieß es im Dezember. Dann im Jänner und so weiter. Inzwischen sind wir bei Mai angelangt." Ob tatsächlich noch eine Abstimmung kommt, wisse keiner mehr so genau.

Dieser Ungewissheit will man sich bei der Energie Steiermark nicht länger aussetzen. "Wir können nicht ewig warten", sagt Kois. Der Hintergrund für diese Entscheidung ist ein handfester. Einerseits drohen die Projektwerber bei noch längerer Verzögerung um die Ökoförderung für die geplante Anlage umzufallen. Dabei geht es um einen Betrag über mehrere Millionen Euro. Andererseits könnten die bereits eingereichten Daten ihre Aktualität verlieren und müssten neu erhoben werden. "Die Frage ist, ob es nicht ohnehin sinnvoller wäre, erst dann über das Projekt abzustimmen, wenn es behördlich genehmigt ist, also wirklich gebaut werden könnte", sagt Kois.

"Wachsender Zuspruch"

Daran, dass eine solche Volksabstimmung für das Kraftwerk positiv ausfallen würde, hat Kois wenig Zweifel. "Wir spüren, dass der Zuspruch wächst. Bis auf die Grünen stehen in Graz auch alle Parteien dahinter. Schade finde ich nur, dass die Projektgegner immer mehr auf unseriösen Aktionismus setzen."

Geht es nach den Planungen der Energie Steiermark, soll für die Staustufe bis Ende des Jahres der UVP-Bescheid vorliegen, bis Sommer 2012 könnte auch die Zweitinstanz gesprochen haben. Rein rechtlich stünde dem Murkraftwerk dann nichts mehr im Weg.

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