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Graz

Murkraftwerk

Estag will die Staustufe retten

Das Höchstgericht gibt Bau des Murkraftwerks Puntigam frei. Um das derzeit kaum realisierbare Projekt nun doch noch zu retten, erwägt Energie Steiermark, Investoren zu beteiligen.

© KLZ / Eder
 

Erst hatte es für das Projekt ganz gut ausgesehen, dann plötzlich rabenschwarz. Jetzt soll es für das geplante Murkraftwerk in Graz-Puntigam doch wieder Hoffnung geben - zumindest wenn es nach den Projektwerbern von der Energie Steiermark geht. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof inzwischen entschieden hat, den Beschwerden von Bürgerinitiativen und der Umweltanwältin gegen das Vorhaben keine aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, arbeitet man beim Landesenergieversorger daran, einen Weg zu finden, das Grazer Stadtkraftwerk doch noch zu realisieren.

"Mit dem jetzt vorliegenden Bescheid könnten wir im Prinzip sofort zu bauen beginnen", sagt Konzernsprecher Urs Harnik-Lauris. Bekanntlich wird daraus aber vorerst nichts. Wie berichtet, hat die wirtschaftliche Lage am Energiemarkt an der Rentabilität des Projekts so stark genagt, dass an einen Baubeschluss des Aufsichtsrats der Energie Steiermark nicht zu denken ist. Verantwortlich dafür ist die europaweit wachsende Menge an Sonnen- und Windkraftwerken, die die Großhandelspreise beim Strom auf Talfahrt geschickt hat. Dieser Effekt hat die Wasserkraft zwar nicht gänzlich unrentabel gemacht, allerdings sind die neuen Projekte nicht mehr so lukrativ wie zuvor - zumindest nicht innerhalb jener überschaubaren Zeitspannen, in denen die meisten Energieversorger zu rechnen pflegen (siehe Interview).

Bei der Energie Steiermark arbeitet man nun an einer Lösung für das Dilemma. Immerhin hat man in Verfahren, Bewerbung und Vorarbeiten für das Projekt bereits mehrere Millionen Euro investiert. "Wir nehmen jetzt alle Kosten noch einmal unter die Lupe und werden in den kommenden Monaten Ausschreibungen durchführen. Immerhin hat es zuletzt in der Baubranche einige Bewegung nach unten gegeben", sagt Harnik-Lauris.

Zudem erwägt man, zusätzliche, längerfristig kalkulierende Investoren an Bord zu holen. "Das können größere Investoren sein aber auch kleine Beteiligungen, wie wir sie bei der Fotovoltaik und der Windkraft erfolgreich anbieten", sagt Harnik-Lauris. Die Rendite könne bei der Wasserkraft vergleichbar sein.

Das Kraftwerksprojekt ganz abzustoßen, komme allerdings nicht infrage, wie Harnik-Lauris versichert. "Für uns ist das ein zentrales Projekt, das wir auch selbst verwirklichen wollen." Der Konzernaufsichtsrat soll in der Angelegenheit heuer eine definitive Entscheidung treffen.

Gelassen bleibt man angesichts des jüngsten Spruchs der Verwaltungsrichter bei den Projektgegnern von "Rettet die Mur". "Ich gehe nicht davon aus, dass das Kraftwerk jemals gebaut wird", sagt Sprecher Clemens Könczöl. Und falls doch? "Dann werden wir mit den bereits gesammelten Protestunterschriften eine Volksbefragung dazu einleiten."

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