Forschung an Metal-Franz

Wie erklärt man seine Doktorarbeit? Der Science-Slam zeigte es witzig vor.

 

Lange Haare, Nietenarmband, Band-T-Shirt und dicke Stiefel: Franz Hinteregger, unübersehbar Anhänger der Metal-Szene, ist Susanne Sackls Forschungsobjekt. Beim ersten Science-Slam der Uni Graz in der Aula war Franz nun auch Anschauungsobjekt.

Ein Science-Slam ist ein Wettbewerb, der Forschung so erklären soll, dass es jeder kapiert. In sechs Minuten, ohne Powerpoint und möglichst originell. "Ein Metal-Mann braucht lange Haare für die kulturelle Praxis des Headbangens", erklärte etwa Siegerin Sackl - Franz schüttelte brav seine Mähne. Was das Publikum noch lernte: dass eben Headbangen zu Kreuzproblemen führe. Und Metaller-Haare "wohlriechend und meist gewaschen" sind. Die Soziologin und Musikwissenschaftlerin, die im Juli ihre Doktorarbeit über "Geschlechterbilder im Heavy Metal" bei Professor Werner Jauk abschließen wird, erklärte den Metal-Gruß, den Tanzstil, die "Wall of Death", wo die Fangemeinde sich spaltet und gegeneinander anrennt. Die 28-jährige Bärnbacherin hat selber ein Faible für harte Musik. "Ich will mit der Arbeit über die Szene in Graz und Voitsberg gegen Klischees kämpfen."

Sackl erhielt am Ende die meisten Stimmen und setzte sich gegen Erziehungswissenschaftlerin Cornelia Dinsleder, die Juristen Reinhard Jantscher und Nina Ganglbauer sowie den Künstler Bertl Mütter und seine experimentierfreudige Posaune durch.

In Wien sind Science-Slams, abgekupfert von Poetry-Slams, längst Kult. In Graz könnte es im Oktober so weit sein.

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