Steirer des Tages

Anton Moser: Lernen von der Weisheit der Natur

Der Naturphilosoph Anton Moser bekam den "Umwelt-Oswald 2012".

© KANIZAJ
 

Es verändert sich etwas. "Die Leute", sagt Anton Moser, "die merken immer mehr, dass ihnen etwas fehlt, dass etwas abhandengekommen ist." Gemeint ist der Bezug zur Natur, das Leben mit ihr und nicht auf ihre Kosten. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der 73-jährige Grazer mit diesem Spannungsfeld. Gestern bekam er für sein Lebenswerk den steirischen Umweltpreis "Umwelt-Oswald" verliehen.

Ein innerlich Getriebener sei er schon immer gewesen, sagt der gebürtige Mürztaler. Das war schon damals so, als er in Graz Chemie studierte. "Ich war damit tief unglücklich, aber ich wusste zunächst nicht, warum." Die Erkenntnis kam später: Sich die Natur zurechtzubiegen, wie man sie gerne hätte, ist der falsche Weg.

Also begann Moser, der sich vom Techniker immer mehr zum Naturphilosophen wandelte, an der TU Graz den neuen Studienzweig Biotechnologie aufzubauen. "Verlassen habe ich ihn erst, als dort massiv die Gentechnik Einzug gehalten hat", erzählt er. "Damit war ich nicht einverstanden." "Ökotechnik" heißt seither seine Gegenwelt, ohne Manipulation des Erbguts.

Seit 1998 ist der verheiratete Vater zweier Kinder Vizepräsident des steirischen Naturschutzbundes, zudem Gründungsmitglied des ökosozialen Forums Steiermark. Der jüngste Streich ist sein Buch mit dem Titel "Naturkultur". Viele Ideen dafür hat sich Moser bei seinen unzähligen Wanderungen auf den Hochschwab geholt.

Dort war es auch, wo ihm bewusst wurde: Nicht der Stärkere, wie gerne behauptet wird, setze sich in der Welt durch, sondern der, der am besten im Einklang mit den Verhältnissen lebt. "Anfangen muss damit jeder bei sich selbst", sagt Moser.

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