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Gentechnikfrei-Zertifikat

Steirer stellen auf gentechnikfrei um

Was in Oberösterreich begann, gibt es jetzt auch in der Steiermark: Erstmals setzt ein weiß-grüner Großbetrieb in der konventionellen Schweinemast auf gentechnisch unverändertes Futter. Dieses Fleisch trägt auch das Gentechnifrei-Logo.

© APA
 

Den Anfang machte vor drei Monaten die oberösterreichische "IBO Schwein". Erstmals beschlossen 65 Bauern, ihre konventionell gehaltenen Mastschweine mit gentechnikfreiem Eiweißfuttermittel zu ernähren. Das mit dem grün-weißen Gentechnikfrei-Zertifikat versehene Schweinefleisch ist seither in den Rewe-Supermärkten (Billa, Merkur, Penny und Adeg) zu bekommen.

Jetzt springt auch ein großer steirischer Produzent auf den Zug auf. Das südsteirische Unternehmen Steirerfleisch stellt Teile seiner Produktion um. Vorerst 40.000 bis 50.000 Schweine jährlich werden die Vertragsbauern des 350-Mitarbeiter-Betriebs gentechnikfrei ernähren. Steirerfleisch beliefert damit die Supermärkte vom Rewe und Spar. Das Fleisch trägt ab sofort neben dem AMA-Gütesiegel auch das Gentechnifrei-Logo.

Gentech-Futter

Mehr als 500.000 Tonnen gentechnisch veränderten Sojaschrot importiert Österreich jedes Jahr für die Nutztierfütterung. Auf Druck der Konsumenten und in weiterer Folge der Handelsketten verzichten inzwischen bereits die Milchwirtschaft, die Legehennen- und die Mastgeflügelbranche auf das größtenteils südamerikanische Gentech-Futter. Für die Schweinemast hat die Herausforderung freilich eine andere Dimension. Sie verschlingt fast drei Viertel des gesamten Importsojas.

Für Steirerfleisch-Geschäftsführer Alois Strohmeier muss der Weg dennoch weg von der Gentechnik gehen. "Die Kunden sprechen das immer wieder an, da wollten wir ausprobieren, ob die Umstellung wirklich so unmöglich ist, wie immer behauptet wird." Das vorläufige Ergebnis: Unmöglich ist sie nicht, aber auch nicht gratis. Für die teureren gentechnikfreien Futtermittel zahlt Steirerfleisch seinen Bauern fünf Cent (oder derzeit rund drei Prozent) Zuschlag pro Kilo Schweinefleisch.

Trotzdem sieht Strohmeier die Umstellung, die er seit einem Jahr geplant hatte, nur als ersten Schritt. "Jetzt geht es daran abzuklären, wie lange es dauern würde, die gesamte Produktion umzustellen", sagt er. Ein ambitioniertes Vorhaben. Immerhin verarbeitet der Betrieb jährlich rund eine halbe Million Schweine.

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