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Graz

Plädoyer für das Einfache

Frank Stronach ist "in Sorge um Österreich"

Mit klar formulierten Botschaften will Frank Stronach Österreich retten. In Graz gab's dafür Zustimmung und Kopfschütteln.

© Foto: Sabine Hoffmann
 

Ja, er interessiert nach wie vor, der austrokanadische Unternehmer Frank Stronach. Im Herbst feiert der Magna-Gründer seinen 80. Geburtstag, am Donnerstagabend lockte er rund 250 Zuseher an die Grazer Karl-Franzens-Universität. Eigentlich sollte der Sohn eines überzeugten Kommunisten, der in den 1950er-Jahren als Franz Strohsack die erfolgreiche Seite des Kapitalismus in Kanada kennenlernte, in erster Linie über das "Recht auf Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter sprechen."

Bald wurde klar, dass sich der gelernte Werkzeugmacher nicht darauf beschränken wird. Ein Plädoyer stand an.

Frank Stronach ist nämlich "in Sorge um Österreich." Weil "die Schulden immer mehr wachsen, es für die Jungen schwierig ist, eine Arbeit zu finden", und sich beim heimischen "Steuergesetz niemand auskennt." Seine Idee, allem Übel ein Ende zu bereiten, ist einfach: "Alles muss einfacher werden." In Graz bekommt er dafür vom Publikum nickende Zustimmung, aber auch abwertendes Kopfschütteln ob der oft vielleicht etwas zu einfachen Ideen. Stronach zeigt sich unbeeindruckt und setzt auf eine bildhafte Sprache.

Von Hausfrauen und Bauern

"Jede Hausfrau weiß, dass sie nicht mehr ausgeben darf, als die Familie einnimmt." Aber hätte man mit einem Staat, der wie die Hausfrau agiert und nie wirklich investiert, jemals ähnlichen Wohlstand erreicht? "Wenn ein Bauer mehr ausgibt, als er hat, dann verliert er seinen Hof." Punkt. Schmunzeln im Publikum, Stronach kommt so richtig in Fahrt. Auch weil er sich von Gunter Nitsche falsch verstanden fühlt. Der Wirtschaftsrecht-Professor sitzt neben Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk und dem Nationalrat Michael Schickhofer auf dem Podium und referiert über steuerliche Bedingungen für Gewinnbeteiligungen der Mitarbeiter. Frank Stronach: "Es hat jetzt keiner verstanden, von was Sie gesprochen haben. Genau das ist das Problem, verstehen Sie nicht, es muss alles einfacher werden."

Stronach, der noch am Vortag in Wien über eine "geistige Revolution für Österreich" sprach, hat am Ende freilich trotz seiner oftmals weltfremd anmutenden Thesen das Publikum auf seiner Seite. Weil er als Typ interessiert, vieles aufzeigt, zum Denken anregt. Und weil man weiß, dass der gebürtige Weizer ein Unternehmen aufgebaut hat, das mittlerweile weltweit 110.000 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich 27 Milliarden US-Dollar Umsatz macht.

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