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Wohnen im ökologischen Container deluxe

Wer Container hört, denkt zunächst an Containerschiffe die Waren rund um den Globus transportieren, nicht jedoch an ein wohliges Heim für die ganze Familie. Ein Grazer Projekt könnte das nun ändern.

© ContainMe
 

Ein Haus, das sich den Lebensumständen der Menschen anpasst und nicht umgekehrt. Da ist die Idee die hinter dem Projekt "ContainMe!" von den Grazer Architekten Gerald Brencic und Michaela Maresch steht. Egal ob sich die Familie vergrößert, oder man an einen anderen Ort zieht, das alles soll dank verschiedener Module, sprich Container, möglich sein. Als Basis verwenden die Architekten herkömmliche, gebrauchte Frachtcontainer, die für ihre Zwecke umgebaut werden und kostengünstiges und ökologisches Wohnen im Niedrigstenergiestandard ermöglichen sollen.

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Foto © ContainMe

Die Materialien für den Ausbau beschränken sich auf natürliche Produkte wie Lehm, Hanf und Stroh sowie eine neuartige und recycelbare Vakuumdämmung. Die Wände werden mit Lehm verkleidet, am Boden wird ein unbehandelter Holzboden verlegt und das Dach wird begrünt. Ein Container hat die Maße 2,4 x 6 Meter und bildet das Grundmodul. Danach kann beliebig angebaut werden. Es gibt zwar gewisse Vorgaben, wie einzelne Module neben- und übereinanderzustapeln sind, sonst sind den Varianten keine Grenzen gesetzt. Für ein Haus von 100 Quadratmetern werden acht Module verwendet. Im Sommer 2012 wird ein Prototyp hergestellt, der in Graz Puntigam künftig das Büro der Jungunternehmer beherbergen soll und gleichzeitig als eine Art Schauraum dient.

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Die Container-Heime sind speziell als Wohnhäuser für den privaten Sektor angedacht. Das Credo der Architekten: Die Häuser sollen leistbar sein. Eine Firma aus Kroatien, die Wohnbauten errichtet, hat auch schon Interesse angemeldet. Durch kürzere Bau- und fixe Lieferzeiten soll Geld gespart werden. Die angestrebten Kosten liegen bei etwa 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen ökologischen Bauweisen. Auch auf Änderungen der Lebenssituation (Kinder, Pflegefall) soll rasch und günstig reagiert werden können. Alles, was man braucht, ist ein Grundstück, gepachtet oder gekauft, mit den nötigen Anschlüssen.

Nicht nur kostengünstig und ökologisch soll das Container-Heim sein, Brencic und Maresch ist auch der sozial-ökologische Aspekt äußerst wichtig: "Hier geht es im Speziellen um eine zukunftsorientierte Bauweise, die es erlaubt, die Wohnfläche je nach persönlichen Umständen und Familiensituation durch Hinzufügen von Modulen zu vergrößern, aber auch wieder zu verkleinern." Wichtig ist den Grazern auch das Prinzip "Cradle to Cradle", sprich "von der Wiege zur Wiege": Die verwendeten Materialien sollen nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer wieder eine neue Verwendung erhalten. "Dieses Prinzip steht im Gegensatz zur gängigen Vorgehensweise in der Baubranche, wo die Materialien im Sinne 'von der Wiege in den Tod - vom Bau- auf den Sturzplatz' verwendet werden", erklärt Brencic den Gedanken dahinter.

Container-City in London

Standardisiert, robust und stapelbar: Frachtcontainer spielen in Überlegungen moderner Architektur und industrialisiertem Bauen schon lange eine Rolle. Mit ihnen entstehen temporäre Museumsbauten oder Verkaufsräume, sie werden zu Studentenwohnungen oder energieautarken Apartments umgebaut. Ein erstes Projekt dieser Art war die Container City in den Docklands von London. Alte Schiffscontainer wurden 2001 zu günstigen Arbeits- und Wohnräumen aufeinandergestapelt. Neben den geringeren Baukosten achtete man dabei auch auf den Umweltfaktor: Die Container wurden zu 80 Prozent aus recycelndem Material errichtet. Mittlerweile gibt es speziell in Großbritannien mehrere dieser Container-Citys, die als Jugendzentren, Klassenzimmer, Büroräume, Künstleratelier oder gar Kindergärten genutzt werden.

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