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Hendlfutter ist jetzt gentechnikfrei

Die großen Hühnerfleischproduzenten Österreichs setzen ein Zeichen gegen die Gentechnik: Die Hendln bekommen kein gentechnisch verändertes Futter mehr. Umweltorganisationen fordern diesen Schritt nun auch beim Schweine- und Rindfleisch.

© VGT
 

Die Gegner der Agro-Gentechnik feiern es als großen Erfolg: Seit Montag schmückt sich das Hühnerfleisch aus konventioneller Produktion im österreichischen Handel mit dem offiziellen grün-weißen "Gentechnikfrei"-Logo. Die Produzenten sind freiwillig von der Praxis abgegangen, an die Hühner gentechnisch verändertes Import-Soja zu verfüttern. Stattdessen setzten die Hersteller wieder auf unveränderte Futtermittel.

Dazu haben sich die vier größten Geflügelproduzenten Österreichs freiwillig verpflichtet, darunter die beiden südoststeirischen Betriebe Lugitsch und Titz. Gemeinsam decken die vier Geflügelhöfe 90 Prozent des heimischen Masthühnermarktes ab. In der Branche erwartet man nun, dass auch die kleineren Produzenten dem Beispiel folgen. Der Wunsch nach gentechnikfreier Fütterung der Hühner sei über den Handel von den Konsumenten gekommen, erläutert man bei Titz Geflügel. Bald soll auch möglichst flächendeckend das Putenfleisch auf gentechnikfrei umgestellt werden.

Vielen Konsumenten dürfte indes gar nicht bewusst sein, dass die heimische Viehhaltung in großem Stil gentechnisch veränderte Futtermittel einsetzt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um importierten Sojaschrot. Laut der "Arge Gentechnik-frei", die auch das grün-weiße Kontrollzeichen vergibt, führt Österreich jährlich 600.000 Tonnen Sojaschrot ein, größtenteils aus Südamerika. Etwa 80.000 Tonnen davon gingen bislang in die Geflügelmast, der mit Abstand größte Teil (400.000 Tonnen) landet bei den Schweinemästern und -züchtern.

Extra gekennzeichnet werden muss das solcherart erzeugte Fleisch nicht, weil das gentechnisch veränderte Futter darin nicht nachweisbar ist. Nur Biobetrieben ist der Einsatz von Gentech-Futter gesetzlich untersagt. Die diversen Bio-Siegel garantieren ebenso wie das "Gentechnikfrei"-Zeichen, dass auch die Futtermittel für die Tiere gentechnisch unverändert sind.

Auch für Rind und Schwein

Die Gentechnikfreiheit beim Hühnerfleisch im Handel gilt allerdings vorerst nur für Frischfleisch aus österreichischer Herstellung. Nach wie vor keine Garantie gibt es bei Importware und verarbeiteter Ware wie etwa Wurst. Greenpeace und Global 2000 fordern, die gentechnikfreie Fütterung auch auf andere Branchen wie die Rinder- und Schweinemast auszudehnen. Laut dem Grazer Anti-Gentechnik-Vorkämpfer Manfred Grössler wäre das machbar. "Das ließe sich sogar innerhalb kürzester Zeit bewerkstelligen", sagt er. "Die Zusatzkosten wären gering, aber hinter dem Gentechnik-Futter stehen eben starke Interessen."

Gelungen ist die komplette Futter-Umstellung auf gentechnikfrei jedenfalls bereits bei den Milchkühen und den Legehennen. Seit 2010 dürfen auch konventionell produzierte Eier und Milch aus Österreich das "Gentechnikfrei"-Logo tragen.

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