GrazRäuberbande mit 14-Jährigem: Angeklagte bekannten sich teilweise schuldig

Vier Jugendliche müssen sich am Dienstag wegen Raub bzw. Verleumdung vor Gericht verantworten.

Die Bande raubte am Jakominiplatz einen Burschen aus © Jürgen Fuchs
 

Anfang Mai wurden einem Burschen am Jakominiplatz zwei 50-Euro-Scheine geraubt: Zwei junge Frauen und zwei junge Männer stehen deshalb heute in Graz vor Gericht: Die männlichen Angeklagten sollen die Hauptakteure bei dem Raub gewesen sein. Sie bekannten sich vor Richterin Angelika Hacker nur teilweise schuldig. Der Erstangeklagte (er ist erst 14) will etwa die Hand "nur freundschaftlich um den Hals des Opfers gelegt haben".

Die Schüler gehören einer größeren Gruppe von Jugendlichen an, die sich zumeist an Schultagen am Jakominiplatz/Ecke Schönaugasse trifft, um Zeit totzuschlagen. So war es auch am 2. Mai, doch diesmal endete die Zusammenkunft mit dem Einschreiten der Polizei. Ein Bub hatte mit seinem ersparten Geld vor den anderen geprahlt und wollte sich damit etwas kaufen. Dann soll es zum Raub gekommen sein: Sein Bekannter, ein 14-jähriger amtsbekannter Albaner, nahm ihn laut Staatsanwalt Hansjörg Bacher in den Schwitzkasten, während ein anderer 14-Jähriger dem Opfer das Geld aus der Hosentasche zog. Von zwei 50-Euro-Scheinen war die Rede.

Komplize

Der Komplize übergab die Beute seiner damaligen Freundin, einer 16-jährigen Schülerin. Nachdem der Bub sein Geld zurückverlangte und schrie, gaben die Burschen ihm einen Schein zurück. Doch der andere blieb verschwunden, den hatte nämlich die 16-Jährige in ihrem Ärmel versteckt. Ein anderer Schüler aus der Gruppe rief die Polizei, doch als die eintraf, war das Mädchen schon weg - ebenso wie eine 15-Jährige, die vom versteckten Geld wusste.

Vor Richterin Angelika Hacker meinte der 14-Jährige, dass er dem jüngeren Schüler den Arm nur freundschaftlich um den Hals gelegt habe. Ein Raub sei nicht geplant gewesen. Der zweite Beschuldigte gestand ein, dass er das Geld aus der Hosentasche gezogen habe, aber es zurückgeben wollte. Die mutmaßliche Komplizin gab an, das Geld von ihrem Freund entgegengenommen zu haben. Als Aufpasserin habe sie aber nicht fungiert.

Die 15-Jährige dagegen sagte, sie sei gänzlich nicht schuldig. Sie habe nichts gesehen, weil sie in einem Fast-Food-Restaurant gewesen sei. Dafür schrieb sie aber einem Angeklagten - die beiden Burschen sitzen in Untersuchungshaft - pikante Briefe: "Sie würden alles tun, damit er herauskommt, schreiben Sie ihm da", zitierte Bacher aus dem mit Herzchen geschmückten Brief. "Ich würde lieber mit euch im Knast sitzen, als ohne euch heraußen zu sein", fuhr Bacher mit den Zeilen der Jugendlichen fort. Warum sie das geschrieben habe, konnte sie vor Gericht - sichtlich peinlich berührt - nicht sagen.

Da das Opfer wegen einer Erkrankung nicht zur Verhandlung auftauchte, wurden vorerst Zeugen befragt. Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.

 

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