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Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Gemeinderatswahl Nächster Artikel Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil
Zuletzt aktualisiert: 03.05.2010 um 20:30 UhrKommentare

Statt feiner Klinge auch einmal den Holzhammer

Die SPÖ Kapfenberg hat die Niederlage bei der Gemeinderatswahl analysiert - und als Konsequenz will man näher an den Wähler heran.

Minus 20,7 Prozent bei der Gemeinderatswahl im März, das erschütterte die SPÖ Kapfenberg in ihren Grundfesten. In vielen Gesprächen wurde das Ergebnis analysiert. "Wir wollen aber nicht bei der Analyse stehen bleiben, sondern auch was ändern", sagte die SPÖ-Vorsitzende Brigitte Schwarz bei einem Pressegespräch im Gasthaus Tödtling. Generell will die SPÖ wieder stärker Profil zeigen: "Wir wollen kantiger werden und Positionen beziehen. Auch wenn das fallweise im Widerspruch zur Bundespartei steht." Und noch etwas ist ihr wichtig: "Wir müssen darauf hinweisen, dass alles, was in der Stadt passiert, die Handschrift der SPÖ trägt."

Aber auch bei den Parteistrukturen muss sich etwas ändern, wie die junge Gemeinderätin Sylvia Schanner sagte: "Die Jungen fühlen sich in einer Partei nicht mehr wohl wie früher. Sie wollen Spaß haben an der Politik und nicht die Ochsentour durch die Partei absolvieren." Denen will die SPÖ Kapfenberg entgegenkommen, indem sie ihnen anbietet, einfach bei einem Projekt, das sie interessiert, mitzuarbeiten. Und so hofft man, dass junge Leute in die Partei hineinwachsen und bleiben.

Schneller reagieren

Hannes Weißenbacher, SPÖ-Sektionsleiter am Schirmitzbühel, will die Öffentlichkeitsarbeit verbessern, gerade angesichts der harten Gangart der FPÖ im Wahlkampf: "Man muss auch einmal die feine Klinge stecken lassen und den Holzhammer hervorholen." Und man muss, um schnell genug auf Vorwürfe zu reagieren, die Neuen Medien nutzen: "Da geht's mit einem Brief oder einer Aussendung oft zu langsam."

Er selber hat am Schirmitz zwei Sektionen zu einer vereint, und er hat auch schon mit Basisarbeit der neuen Art begonnen, mit einer eigenen Homepage und Sektionsabenden, die nicht nur Parteimitgliedern offen stehen. Denn über allem steht das Gespräch mit den Menschen. Die SPÖ weiß: Nur so kann man die Botschaften unmittelbar an die Bevölkerung bringen - und wieder stärker im Volk verankert sein.

Schwierig wird es allerdings, die Partei zu reformieren, ohne die älteren Parteimitglieder allzu sehr vor den Kopf zu stoßen. Denn die gehören immer noch zu den treuesten Wählerschichten der SPÖ - auch in Kapfenberg.

FRANZ POTOTSCHNIG

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