Bezirks- und Gemeindesuche
Kaserne, Innenstadt und Bahnhof als heiße Eisen
Sechs Tage vor der Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag lud die Kleine Zeitung die Leibnitzer Spitzenkandidaten zu einer Podiumsdiskussion. Das Interesse der Bevölkerung war groß.

Foto © Gertrude OrtnerWahlarena in Leibnitz
Der Andrang war gewaltig: An den Tieschen im Leibnitzer Kulturzentrum gab es kaum mehr freie Plätze, sogar die Galerie war gut besetzt. Gut 300 Südsteirer strömten zur Wahldiskussion der Kleinen Zeitung. Wenige Tage vor der bevorstehenden Gemeinderatswahl stellten sich nämlich die Leibnitzer Spitzenkandidaten, Bürgermeister Helmut Leitenberger (SPÖ), Hans Kindermann (ÖVP), Walter Lesky (Grüne), Franz Vollmann (Bürgerforum) sowie Anton Krainz in Vertretung für Hans Ritz (FPÖ) den Fragen der Redakteure Bettina Kuzmicki und Robert Lenhard sowie des Publikums. Eines vorweg: Die Wahlwerber diskutierten diszipliniert und sachlich, Untergriffe blieben aus. Die Meinungen gingen naturgemäß auseinander.
Kritik an Variante
Etwa, was den bevorstehenden Umbau des Bahnhofes und die neue Straßenführung betrifft: Während Leitenberger und sein Vorgänger Kindermann von einer Verbesserung für die Stadt Leibnitz sprachen, kritisierten Vollmann, Lesky und auch Krainz die aktuelle Variante. ?Der Verkehrsfluss ist eine Katastrophe. Man fährt mit der Kirche ums Kreuz“, ärgerte sich Vollmann.
Uneinigkeit herrschte auch darüber, ob die Handelsflächen an der Peripherie ein Fluch oder Segen für die Stadt sind. Für Leitenberger und Kindermann waren die Investitionen am Stadtrand wichtig. ?Sonst wären diese Erweiterungen in der Nachbargemeinde passiert“, vermutete Kindermann. Lesky wiederum hielt die Erweiterung an der Peripherie für nicht gut, Krainz sprach von einer ?künstlich geschaffenen Frequenz am Stadtrand“. Leitenberger trat entschieden gegen Kritik an der Innenstadt auf: ?Die Kaufleute arbeiten hervorragend. Die Innenstadt hat es sich nicht verdient, dass nur schlecht über sie gesprochen wird.“
Ebenso energisch nahm Leitenberger später auch die Stadtbediensteten in Schutz: ?Ich stehe hinter meinen Leuten. Sollte es einmal einen schroffen Tonfall der Beamten gegeben haben, entschuldige ich mich.“ Und die Nachnutzung des Kasernengeländes? Laut Leitenberger gibt es bereits einen ?Masterplan“, der Bürogebäude, Wohnungen und einen Nahversorger beinhaltet. Kindermann plädierte dafür, in dem Areal Jugendwohnungen zu errichten. Und Vollmann schlug vor, die Nachnutzung in Ruhe zu besprechen und zu überdenken.
Zukunftsprojekte
Auch über Zukunftsprojekte wurde gesprochen: Von Gemeindezusammenlegungen (Lesky) über die Kaserne (Leitenberger) bis zur Stadt als Dienstleistungsbetrieb (Kindermann) reichte die Bandbreite. Die Zuhörer wollten wissen, was für die Jugend oder in der Feinstaubproblematik getan werde. Das Schlusswort hatte Lesky, der zuvor bei einem Leibnitz-Quiz brilliert hatte: ?Man braucht in der Politik Mut, diesen Mut habe ich bereits bewiesen.“
















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