Hier sitzen Japan-Fans an der Quelle
In Ottendorf an der Rittschein nahe Riegersburg ist eine Art von Badeoase geplant, die das Thermenland bisher noch nicht gesehen hat. Luxus für Liebhaber japanischer Badekultur.

Foto © HocheggerBilder japanischer Hotels als Inspiration
The Ryokan Hotel Resort im Onsen Areal Ottendorf an der Rittschein. Bitte was? "Japanische Badekultur im Zentrum Europas" lautet der Untertitel. Aha: Also noch eine Therme für die Oststeiermark, ein paar Kilometer von der Riegersburg entfernt. Irgendwie stimmt das auch. Dennoch ist es das Gegenteil von allem, was man kennt:
Hier wohnt man auf einem Areal, das insgesamt 30 Hektar misst, nicht im Hotel, sondern in separaten Wohneinheiten, den "Ryokans", mit jeweils eigenem japanischen Gärtlein - ganz diskret und uneinsehbar. Und jeder der hat sein eigenes, privates Thermalwasserbecken - unbelasteet von chemischen Zusätzen oder "Informationen fremder Personen", wie es im Grundsatzpapier so schön heißt. Jeder Gast bekommt seine eigene Vulkanwasserfüllung ins Bad. Das ganze mit Blick ins Güne und auf die majestätische Riegersburg. Dass auch die Preise für das Luxus-Spa alles bisher Dagewesene sprengen werden, versteht sich.Die Kunden sollen aus dem Ausland kommen.
Das Projekt verbindet die Idee eines Ryokans, also eines tradionellen japanischen Hotels, das über hauseigene Bäder und seine eigene Quelle verfügt, mit Privatsphäre und steirischem Vulkanwasser.
Mastermind des Projekt ist der 70-jährige Grazer Unternehmer Werner Hochegger, der als Generalimporteur von Toshiba-Klimageräten im Laufe seines Lebens zum erklärten Japan-Fan geworden ist. Geld spielt für ihn nicht wirklich eine Rolle, japanische Investoren soll es geben. Um Förderungen fragt er nicht an. Ein Mann, der noch eine Menge Träume hat, und es sich leisten kann, sie sich zu erfüllen. Ganz relaxt, ohne Zeitdruck und Sparprogramm, was er auch als Eigentümer der Burg Rabenstein bei Frohnleiten bewiesen hat.
Konstruktive Genialiät
Um Nägel mit Köpfen zu machen, kommt dieser Tage ein japanisches Architektenteam in die Steiermark, um den Wellnesstempel im Detail auszuarbeiten. Die Vorarbeiten hat der Architekt Themistoklis Joannnou vom Wiener Planungsbüro "Architekten am Graben" bereits gemacht. "Mit viel Begeisterung für die Schlichtheit, meditative Art und konstruktive Genialiät japanischer Bauweise", wie er betont. "Japanische Holzverbindungen sind keine Handarbeit, die sind eine Kunst."
Die Architektenskizze bettet 81 Unterkünfte (ca. 50 bis 60 Quadratmeter) in floraler Form in die Hügellandschaft ein. "Inspiration war eine Blume auf einem Kimono", wie Joannou sagt. Im Zentrum der Anlage steht ein japanischer Garten. Fixpunkte sind auch eine Art Kulturzentrum, "ein Tempel der Völkerverständigung" sozusagen. Hier soll die Steiermark Japan treffen und umgekehrt. Ach ja: Japanisch gegessen wird natürlich auch: im "Robatayaki". Details gefällig? "Die hat nur der Chef", sagen selbst die engsten Mitarbeiter. Und dieser Chef hat keinen Stress. Mit weiteren Informationen lässt er sich Zeit bis nächste Woche. Da wird es mit medialem Getöse eine Probepumpung am Bohrloch geben. Fortsetzung folgt.
Features
Projekt
Das Gelände für das Resort ist rund 30 Hektar groß und stand bis zum Erwerb durch Werner Hochegger vor ein paar Jahren im Besitz der Estag, die hier bereits eine klassische Therme plante - ebenfalls mit den "Architekten am Graben".
Ryokan, wörtlich: Reisegasthaus, ist ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel mit Tatami-Matten auf den Böden, Schiebetüren (mit Washi bespannt), leicht erhöhtem Bereich (Tokonoma) mit Blumen oder Kalligrafie im Zimmer. Betreten ohne Schuhe.
Onsen ist das japanische Wort für "heiße Quelle", von denen es in Japan etliche gibt. Beim Besuch eines Onsen gilt die japanische Badeetikette mit einer gründlichen Körperreinigung vor dem Baden.








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