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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 um 11:09 UhrKommentare

"Das Personal ist am Ende"

Arbeitnehmervertreter des LKH Feldbach schlagen Alarm: Mitarbeiter sind an den Grenzen ihrer physischen Leistungsfähigkeit angelangt.

Foto © APA

Nulllohnrunde, Kürzung beim Personalbudget, nicht bezahlte Mehrleistungen und Überstunden im Verbund der Landeskrankenhäuser Feldbach/Fürstenfeld, die einem Äquivalent von 58 Dienstposten entsprechen. Das Personal im Landeskrankenhaus Feldbach ist an der Leistungsgrenze angelangt. "Die Einsparungen sind demotivierend. Diese Entwicklung ist nicht mehr tragbar. Unsere Mitarbeiter arbeiten, bis es nicht mehr geht. Die Leute können nicht mehr", beschreibt der Betriebsratsvorsitzende Günter Leitgeb die Lage in drastischen Worten.

Als Folge der Überlastung sind 2011 nach Angaben der Personalvertretung mehr als 48.000 Krankenstandsstunden entstanden, die von den Mitarbeitern zusätzlich geleistet werden mussten. Ein Zuwachs von mehr als fünf Prozent gegenüber 2010, so Manfred Wolf, Zentralbetriebsratsvorsitzender.

"Die Kages-Führung nutzt die soziale Kompetenz der Mitarbeiter brutal aus", lautet der Befund von AK-Vizepräsident Franz Gosch. Markus Kaufmann, Stellvertreter von Leitgeb, legt nach: "Man arbeitet damit, dass die Leute für ihren Beruf zu 100 Prozent da sind. Sie springen immer wieder ein, wenn jemand ausfällt. Da werden auch Urlaube abgebrochen. Andererseits kommen sie auch krank in den Dienst, weil sie das Team nicht im Stich lassen wollen." Die dringend benötigten Erholungsphasen seien so einfach nicht mehr gegeben, die gestiegenen Krankenstandszahlen ein ganz klares Indiz dafür.

Zentrale Forderungen

"Mehr Personal", so ließe sich die Forderung der Personal- und Arbeitnehmervertreter in Kurzform fassen. Wolf will das aber differenzierter sehen: "Es geht um vertretbare Arbeitsbedingungen, sozial verträgliche Dienstpläne und Umsetzung des leistungsorientierten Berechnungsmodells." Derzeit würden nur 90 Prozent des laut Personalschlüssel erforderlichen Budgets weitergegeben. "Zehn Prozent müssen im Hausbudget in der Pflege bereits von vornherein eingespart werden." Dass die Kages-Führung nun weiter an diesem Rad drehen will, ist für Wolf inakzeptabel. Das würde zehn Prozent weniger diplomiertes Personal auf den Stationen bedeuten. Für die Personalvertreter bestehen Gefahren für die Betreuungsqualität und die Patientensicherheit, wenn nicht gehandelt wird.

Problematische Folgen hat auch die "Dokumentationswut". ÖAAB-Bezirksobmann Johann Hartinger: "40 Prozent ihrer Zeit braucht eine Krankenschwester, um zu dokumentieren, was sie in den anderen 60 Prozent ihrer Dienstzeit gemacht hat." Diese Zeit schlägt sich nicht in Dienstposten nieder und fehlt daher in der Pflege der Patienten.

Für Wolf geht beim Personal nichts mehr: "Die Zitrone ist ausgepresst." Gosch unterstreicht: "Es kann nicht sein, dass die Sanierung der Spitäler auf Kosten der Gesundheit des Personals erfolgt."

HELMUT STEINER

FAKTEN

Mitarbeiter: LKH Feldbach 774, LKH Fürstenfeld rund 300.

Nulllohnrunde (verordnet als Beitrag zum Sparen): bedeutet de facto eine Lohnkürzung um drei Prozent.

Personalbudget: Im Wirtschaftsplan 2012 wurde eine Kürzung von 20 Dienstposten vorgenommen, die finanziell nicht gedeckt sind.

Mehrleistungs- und Überstunden 2011: Der Dienstgeber Kages schuldet den Mitarbeitern im Verbund LKH Feldbach/Fürstenfeld laut Personalvertretung an Mehrleistungs-, Überstunden und Urlaub eine Summe, die 58 Dienstposten entspricht.

Überlastung: 48.397 Krankenstandsstunden durch Mehrbelastung, die von Mitarbeitern zusätzlich geleistet werden mussten. Entspricht 27 Dienstposten.

Befürchtete Folgen der Personalvertreter: Weitere Zunahme von Krankentagen und Langzeit-Krankenständen, die Belastung aktiver Mitarbeiter nimmt weiter zu. Häufung von Burn-out-Fällen. Gefahr erster (gravierender) Fehler.

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