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Zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 um 09:51 UhrKommentare

Heimische Martinigänse

Steirische Bauern lassen Brauch wieder aufleben, für den Festtagsbraten Weidegänse zu züchten. 13 Produzenten gibt es in der Steiermark.

Foto © AP

K ommt Gänse, kommt", rufen Regina Neuhold-Krainer und ihr Mann Franz Josef. Das Federvieh auf der großen Wiesenfläche unweit der Riegersburg gehorcht aufs Wort. Rasch sind die beiden von den Weidegänsen umringt. 400 Gössel (Gänseküken) haben sie heuer eingestellt. 1200 gibt es heuer in der ganzen Steiermark - erstmals unter der Marke Steirische Weidegans. Die Tradition, Martinigänse zu züchten, die etwa im Südburgenland schon vor Längerem wiederbelebt wurde, lassen nun auch steirische Bauern wieder aufleben. Obfrau der Vereinigung Steirische Weidegans ist Regina Neuhold-Krainer. Sie hat schon zwei Jahre Erfahrung.

Das Ziel der Weidegansbauern ist klar: "Bewusstsein schaffen, was die Leute zu Martini kaufen. Uns ist wichtig, dass es österreichische Gänse sind." Um den Absatz muss sich die Biobäuerin und Lehrerin an der Gartenbaufachschule Großwilfersdorf keine Sorgen machen: 90 Prozent ihrer Gänse sind schon verkauft. Geliefert wird an die Sterne-Gastronomie. Auf zehn bis zwölf Euro pro Kilogramm kommt eine Weidegans. Vier Kilogramm sollte sie haben, wenn sie in die Pfanne kommt. Dass Importgänse aus Ungarn oder Frankreich viel billiger sind, hat seinen Grund. "Viele sind Intensiv-Mastgänse, die gestopft wurden, weil es um die Leber geht. Der Schlachtkörper wird billig ins Ausland verkauft. Kein Ungar würde eine solche Gans essen", ist die Obfrau felsenfest überzeugt.

Man muss dahinter sein, damit die Tiere gedeihen. Kritisch sind die ersten Wochen. Als Ein-Tagesküken werden sie im Mai eingestellt und bleiben vier bis fünf Wochen im beheizten Stall. 30 Grad Celsius brauchen sie. Dann dürfen sie auf die Weide. Hauptnahrungsmittel sind Gras und hofeigenes Getreide. Mindestens 100 Quadratmeter Auslauf ist für jede Weidegans vorgeschrieben. Viel Bewegung bedeutet viel Muskelfleisch und eine dünne Fettschicht. Dann gibt es keine Bratverluste. "Eine Gans muss langsam gebraten werden", so Neuhold-Krainer. Zubereitungstipps werden mitgeliefert. Als besonderen Experten hat man dabei einen Haubenkoch eingebunden: Hans Peter Fink, der nur wenige Kilometer entfernt aufkocht.

HELMUT STEINER

Fakten

1200 Weidegänse haben die Produzenten eingestellt.

Weidegansbauern: Regina Neuhold-Krainer (Riegersburg), Peter Mayer, Johann Voller (St. Stefan/R.), Stefan Dreier (Pöllau), Claudia Rath (Bad Waltersdorf), Martina Hofer (Weiz).

Info: www.weidegans.at; www.biohof-krainer.at

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