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22. Mai 2013 20:45 Uhr | Als Startseite
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VORTRAG/DISKUSSION

Gehen die Frauen, stirbt das Land

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Herausforderung Landflucht. Vortrag von Gerlind Weber (Uni Graz) in der "Montagsakademie". Leitthema: Mobilitäten.

„Wenn die Frauen gehen, stirbt das Land“, zitiert eine neue Studie einen befragten Bürgermeister über die Landflucht junger Steirerinnen, die vom Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung der Universität für Bodenkultur Wien im Auftrag des Landes Steiermark erstellt wurde. Gerlind Weber und Tatjana Fischer erforschen die Beweggründe für bzw. gegen Abwanderung und stellten fest, dass der Wohnort des Partners, die gute Ausbildung und Kinder ausschlaggebend sind.

Hintergrund der Studie ist die Tatsache, dass bereits 2007 laut Landesstatistik signifikant weniger Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren am Land lebten als gleichaltrige Männer. In manchen Landgemeinden kommen auf sieben junge Männer nur noch fünf junge Frauen. Dies hat weitreichende Folgen für die Bevölkerungsentwicklung auf dem Land. Denn die Prognose für das Jahr 2030 geht davon aus, dass 63 Prozent der steirischen Gemeinden mit einer rückläufigen EinwohnerInnenzahl zu kämpfen haben werden.

Der Vortrag zeigt, dass in dieser dynamischen Lebensphase der jungen Frauen persönliche Werthaltungen geprägt werden, lebensentscheidende Weichen gestellt und ein eigener Haushalt gegründet wird. Im Unterschied zur Müttergeneration können die heute 20–29-Jährigen durch ein hohes Ausbildungsniveau, hohe Kinderlosigkeit (67% sind kinderlos) und durch eine prinzipiell hohe Abwanderungsbereitschaft sowie die geringe Neigung, sich in Vereinen zu engagieren, charakterisiert werden. Diejenigen, die zum Studieren in die Stadt ziehen, bleiben oftmals dort. Ob es dabei Unterschiede zwischen jungen Müttern und Nicht-Müttern gibt, sich die BürgermeisterInnen der Problematik bewusst sind und welche Handlungsansätze in der Praxis gesetzt werden können, um gut ausgebildeten jungen Frauen eine Perspektive in Hinblick auf Beruf, Familie, Wohnung und Eingebettetsein vor Ort zu eröffnen, soll im Rahmen des Vortrages behandelt werden.

Zur Person:
Studium der Soziologie, Raumplanung und Raumordnung sowie Rechtswissenschaften an der TU Wien und Universität Wien. Wissenschaftliche Laufbahn an der TU Wien. Seit 1991 Ordinaria für Raumforschung und Raumordnung an der Universität für Bodenkultur Wien und Leiterin des Instituts für Raumplanung und Ländliche Neuordnung an der Universität für Bodenkultur Wien. Zwischenzeitlich Gastprofessuren an der Universität Kyoto und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ). Präsidentin des Ökosozialen Forum Wien. Vizepräsidentin des Forum Österreichische Wissenschaftler für Umweltschutz (Umweltforum) und Ordentliches Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung Hannover. Ca. 250 Publikationen und über 450 Vorträge zu den Themen Raumplanung, Bodenpolitik, Ländliche Entwicklung und Raumordnungspolitik.

Kontakt

Telefon: +43 316 380-1104
E-Mail: montagsakademie@uni-graz.at
Internet: http://www.uni-graz.at/montagsakademie

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o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerlind Weber

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