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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 um 19:57 UhrKommentare

Jäger erschießt Pitbull vor den Augen des Besitzers

Der 25-jährige Hundehalter war mit seinem Hund zu Besuch bei einem Freund, der ebenfalls einen Pitbull besitzt. Nachbarn riefen den Jäger, da sie sich vor den angeblich freilaufenden Hunden fürchteten.

Torsten J. mit seinem Hund Legolas

Foto © PrivatTorsten J. mit seinem Hund Legolas

Ein Schuss. Ein Jäger. Ein toter Pitbull. So die Kurzfassung jenes Vorfalls, der sich am Freitag im südoststeirischen Pichla bei Kapfenstein zugetragen hat.

Torsten J. war seit zwei Tagen zu Besuch bei seinem Freund Emanuel L. in Pichla bei Kapfenstein. Neben der Freundschaft verbindet die zwei jungen Männer vor allem eines: Sie sind Besitzer eines Pitbull. Torsten J. war dies zumindest bis Freitag. Sein sechsjähriger Hund "Legolas" wurde von einem Jäger mit zwei Schüssen niedergestreckt. Der Hund war sofort tot.

Nachbarn holten Jäger

Aufgeregte Nachbarn von Emanuel L. hatten den Jäger am Freitag angerufen. Sie zeigten sich darüber besorgt, dass die beiden Pitbulls frei durch den Ort laufen konnten. "Die Leute sind durch die Berichterstattung von Hundeattacken schon sehr verunsichert", so einer der erhebenden Beamten der Dienststelle St. Anna. Ob die beiden Hunde tatsächlich frei im Ort herumgelaufen sind, ist noch nicht genau geklärt. Torsten J. und Emanuel L. geben übereinstimmend an, dass die Hunde im Garten gespielt haben. Das Grundstück ist nicht eingezäunt - ein Umstand, der die Nachbarn zusätzlich verunsichert haben könnte. Der Jäger selbst widerspricht den beiden Männern und erklärte, die beiden Pitbulls auf einem freien Feld gesehen zu haben. Er parkte sein Auto neben dem Grundstück von Emanuel L. und wartete ab, bis die beiden "Streuner" wieder nachhause kamen. Dann drückte er ab.

Der 25-jährige Torsten J. kann nicht recht begreifen, was vorgefallen ist. "Der Hund war das Einzige, was ich gehabt habe auf dieser Welt". Dementsprechend emotional reagierte der junge Mann auf die tödlichen Schüsse. Zusammen mit seinem Freund soll er mit einem Aschenbecher auf den Jäger losgegangen sein. Dabei erlitt der Jäger Kopfverletzungen. Auch Torsten J. wurde bei der Rangelei leicht verletzt. Torsten J. gab in der Einvernahme durch die Polizei St. Anna an, vom Jäger bedroht worden zu sein. "Er hat die Waffe gegen mich gerichtet und mir gedroht: Wenn du einen Schritt weitergehst, bist du der Nächste".

Situation geriet außer Kontrolle

Hintergrund

Vor einigen Wochen hätte der Jäger seine Tat bereits angekündigt. Das sagte zumindest Emanuel L. aus. Er sei mit seinem Pitbull auf einer Wiese unterwegs gewesen. L. ließ seinen Hund von der Leine. Der Jäger verwarnte ihn daraufhin und drohte, den Hund zu erschießen, sofern er ihn nochmals freilaufend erwischen soll. Geschossen hat er nun tatsächlich, getroffen wurde aber "Legolas", der Hund von Torsten J.

"Mein Kollege und ich hatten allerhand damit zu tun, die beiden Männer und den Jäger auseinander zu bekommen," so einer der Ermittler. Im Lkh Feldbach gerieten der Jäger und Torsten J. ein weiters Mal aneinander. Torsten J. gab an, erneut von ihm mit dem Tod bedroht worden zu sein. Einer Krankenschwester gelang es, die beiden Männer zu trennen.

Da sich die Hunde in keinem Waldstück befunden haben und somit auch nicht beim Wildern erwischt wurden, ermitteln Staatsanwaltschaft und Bezirkshauptmannschaft nun gegen den Jäger. Geprüft wird, ob sich der Jäger richtig verhalten hat und ob sein Handeln zu rechtfertigen ist. Im Fall einer Verurteilung droht ihm der Entzug seiner Jagdlizenz. Zusätzlich müssen sich alle drei Beteiligten vor Gericht wegen Körperverletzung verantworten.

DANY JONES

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