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Erzherzog Johann: Mensch und Mythos
Um Erzherzog Johann hat sich ein Mythos entwickelt, nicht zuletzt dadurch lebt seine Beliebtheit fort. Eine Ausstellung widmet sich ab Mai in Graz dem Thema.

Foto © Neue Galerie am LM JoanneumAuch seine Liebe zur Bürgerlichen Anna Plochl trug zum Mythos bei
Das Bild vom Kaiserbruder, der das höfisch-bürokratische Leben als unerträglich empfindet und den der "Steinhaufen" krank macht, wie der Erzherzog Wien nennt; das Bild vom glücklosen Feldherrn und Verschwörer, vom Opfer vernichteter Hoffnungen; das Bild vom Prinzen, der zu Fuß das Land durchstreift, in den Bergen jagt, in die Hütten und Häuser der einfachen Bauern- und Bürgersleute einkehrt, mit ihnen tanzt und spielt, der ihre Nöte und Sorgen kennt; das Bild vom hochgeborenen Mann, der seine Hinwendung zum Volk durch das Tragen des grau-grünen (Steirer-)Rocks und durch die Neigung zur Ausseer Postmeistertochter öffentlich bekennt.
Wirklichkeit. Dem Mythos steht die "wahre" Persönlichkeit Erzherzog Johanns gegenüber: Ein Mann, der mit klarem Verstand und Fortschrittsglauben die wirtschaftlichen und politischen Probleme seiner Zeit erkannte und versucht hat, sie – zum Teil mit unkonventionellen Mitteln – zu bewältigen. Durch Hebung der Bildung, Verbesserung der Produktionsmethoden und die verkehrsmäßige Erschließung versuchte er etwa die durch die Franzosenkriege völlig erschöpfte Steiermark wieder aufzubauen.
Features
Sonderausstellung
"Erzherzog Johann – Mensch und Mythos" läuft von Mai bis Oktober 2009 im Steiermärkischen Landesarchiv.












