Narrenfreie Ramsau"Bei uns gibt es keinen Fasching"

Buntes Treiben im ganzen Bezirk, nur in Ramsau am Dachstein nicht. Schon seit vielen Jahren wird hier der Fasching nicht mehr zelebriert.

Ramsau am Dachstein kommt ohne fünfte Jahreszeit aus © photo-austria.at/Hans Simonlehner
 

Wochenlanges Grübeln, welches Faschingskostüm wohl für die meisten Lacher sorgt, die Planerstellung, wann wo welcher Ball aufgesucht wird oder generell die Organisation diverser Faschingsveranstaltungen, das treibt wohl die meisten Menschen im Bezirk gerade um. Der Fasching geht am kommenden Wochenende in seine heiße Phase – nur eine Gemeinde lässt das kalt: Ramsau am Dachstein. Hier ist die fünfte Jahreszeit praktisch nicht existent, tangiert eigentlich nur die Jüngsten, nämlich die, die Kindergarten oder Volksschule besuchen. „Die Kinder verkleiden sich schon, sonst gibt es bei uns keinen Fasching“, weiß Bürgermeister Ernst Fischbacher zu berichten.

Früher habe es durchaus Veranstaltungen gegeben, „etwa eine Faschingsbar, deren Erlös für soziale Zwecke gespendet worden ist, einen Er-und-Sie-Lauf oder das Fasching-Eingraben mit hunderten Leuten und Ski-Show, das war das Spektakel schlechthin und immer eine Mords-Gaudi. Mittlerweile hat sich das aber alles zerschlagen und ist im Lauf der Zeit eingeschlafen“, erklärt Fischbacher. Und Jahrzehnte her, „als ich noch aktives Mitglied der Musikkapelle war, haben wir einmal bei einem Maskenball gespielt, das ist aber sicher schon vor 20 Jahren gewesen“.

Die Ramsauer selbst scheint das Nicht-Zelebrieren der närrischen Zeit ganz offensichtlich kaum zu stören. „Es fehlt die Initialzündung. Wenn es jemand in die Hand nehmen und etwas organisieren würde, könnte es schon sein, dass da ein paar Leute hingehen. Aber wir Ramsauer sind ,zach‘, wir haben es nicht so mit dem Verkleiden – auch ich selbst nicht“, verrät der Ortschef.

Fehlt eigentlich den Gästen, die die Tourismusgemeinde im Winter höchst zahlreich besuchen das bunte Treiben? „Der Kulturausschuss und der Tourismusverein haben sich damit einmal beschäftigt, herausgekommen ist, dass es kaum Anfragen dahingehend gibt. Und wenn das doch der Fall ist, verweisen wir einfach auf unsere Nachbargemeinden."

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