Organisator verärgertLiezen-Rallye wurde ausgebremst

Völlig überraschend ist die Rallye Liezen 2018 nicht Teil der Staatsmeisterschaft. Motorsport soll es in Liezen nächstes Jahr trotzdem geben.

Andreas Aigner aus Weißenbach bei Liezen © (c) Daniel Fessl
 

Plus bei Piloten und Plus bei Zuschauern: Diese Umstände reichten dem österreichischen Motorsport-Verband offenbar nicht, die Rallye Liezen auch in den Kalender der Staatsmeisterschaft (ÖRM) 2018 aufzunehmen. „Wir sind rausgeflogen“, wundert sich Veranstalter Andreas Aigner, der jedoch betont, immer gesagt zu haben, dass er nicht weiß, ob es nach dem Ausstieg von Skoda als Sponsor im österreichischen Rallyesport noch eine Rallye Liezen geben wird. „Das führt klarerweise zu einem Loch im Budget. Eigentlich wollten wir die Rallye nicht mehr machen, weil es für uns zeitlich kaum mehr möglich war, neben unseren ‚Brotberufen‘ und den familiären Verpflichtungen auch noch eine Rallye zu organisieren. Und natürlich ist es jedes Jahr aufs Neue ein finanzielles Risiko, das wir eingehen müssen. Dennoch hatten wir uns entschlossen, gemeinsam mit einem jungen, regionalen Team auch für das Jahr 2018 eine Rallye Liezen einzureichen. Ab diesem Zeitpunkt wurde es, ich formuliere vorsichtig, kurios.“ Aigner zum Geschehen, nachdem er mittels Online-Formular (das ausschließlich über eine passwortgeschützten Seite aufrufbar ist) „seine“ Rallye für 2018 eingereicht hatte: „Nicht nur, dass im 21. Jahrhundert ein Ausdruck notwendig ist, den man unterschrieben per Post schicken muss. Soweit, so gut.“

In der jüngsten Kommissionssitzung kam es nach Angaben Aigners zu einer Abstimmung über die Aufnahme von Rallyes in den Kalender der ÖRM. Dort wurde sowohl die Rallye Liezen als auch jene im Waldviertel gestrichen. Wie der Rallye-Pilot berichtet, wurde im Auftrag des Vorsitzenden der Kommission sogar noch telefonisch nachgefragt, ob in Liezen gefahren wird oder nicht. „Ich habe natürlich Ja gesagt, es wurde uns aber plötzlich nicht mehr gestattet, das Nenn-Papier, wie in den Vorjahren auch, nachzureichen“, so der Weißenbacher zerknirscht. „Es ist wirklich schade, weil der Zuspruch gerade heuer grandios war.“

Brisantes Detail: Aigner hatte beim Verband nachgefragt, ob zur Anmeldung fortführende Infos nötig seien. „Dies wurde just von der Mitarbeiterin verneint, die dann in der Kommission berichtet hat, dass keine weiteren Unterlagen eingereicht wurden. Abgelehnt wurden wir mit der lapidaren Begründung „Formalfehler“. Das ist der Punkt, wo mir die Hutschnur hochgeht. Da wird eine Sprintrallye, und nichts anderes ist die Rallye Leiben, kurzerhand zum ÖM-Starter, bei der plötzlich ein Helmut Schöpf als Veranstalter auftritt, der noch Tage zuvor verkündet hat, dass er nichts mehr machen wird." Es stecke eine lustige Entscheidungsfindung der IG Rallye dahinter, die als Veranstaltergemeinschaft Ihre Mitglieder fragen müsste, wofür man die beiden Stimmen in der Rallye-Kommission verwenden soll. Aigner: "Wenn ich jetzt selbstbewusst behaupte, dass wir in diesem Jahr in Sachen Starterfeld, Internationalität und Bewertung die beste Veranstaltung waren, dann darf ich schon die Frage stellen, ob man hier nicht mit voller Absicht einen Mitbewerber aus dem Weg schafft.“

Vonseiten des Verbandes war am Dienstag übrigens niemand für eine Stellungnahme bereit.

Und wie geht es nun in Liezen weiter? „Es wird nächstes Jahr auf jeden Fall eine Rallye-Veranstaltung geben, aber anders aufgezogen“, so Aigner. „Jetzt erst recht, das sind wir auch den Motorsportfans der Region schuldig.“

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