Langer RechtsstreitLkw-Fahrer: Zehn Jahre auf Lohn gewartet

Dafür kämpfte die Arbeiterkammer sogar vor tschechischen Gerichten: 8000 Euro für zwei Berufskraftfahrer aus dem Bezirk Liezen erstritten.

Die Arbeiterkammer Liezen kämpfte zehn Jahre für ausständigen Lohn © Dorit Burgsteiner
 

Was für die Arbeiterkammer Liezen im Herbst 2007 mit einer alltäglichen Lohnnachforderung begann, endete nach zehn Jahren Irrungen und Wirrungen jetzt mit einem Erfolg: Zwei Lkw-Fahrer bekamen ausstehenden Lohn nachbezahlt – in Summe immerhin 8000 Euro inklusive Zinsen.
Die beiden Berufskraftfahrer aus dem Bezirk Liezen waren damals für ein tschechisches Unternehmen mit einer Niederlassung in Innsbruck tätig. Die Firma blieb den beiden Mitarbeitern Lohn schuldig, diese wandten sich daraufhin hilfesuchend an die AK. „Wir haben zuerst interveniert und dann am Arbeits- und Sozialgericht Leoben geklagt“, schildert Außenstellenleiterin Petra Kupfner den Beginn der Odyssee. Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich seinen Sitz in Tirol aufgegeben und war nur mehr in Tschechien tätig, „daher konnten Dokumente nicht mehr zugestellt werden“, so Kupfner.

Alles übersetzt

Alle Schriftstücke mussten ins Tschechische übersetzt werden und die Arbeiterkammer beauftragte einen tschechischen Anwalt mit der Rechtsdurchsetzung. Im Jahr 2010 startete schließlich in Tschechien das Exekutionsverfahren, doch es sollte bis Juli 2012 dauern, bis ein tschechisches Bezirksgericht einen Beschluss erließ und mit der Eintreibung der Lohnschulden begonnen werden konnte.
„Diese Exekutionsversuche waren aber allesamt fruchtlos“, berichtet Kupfner, der Dienstgeber sei zahlungsunfähig gewesen. Blieb also nur mehr die Einleitung eines Konkursverfahrens, das von Österreich aus im Nachbarland in Gang gesetzt werden musste.
Im Oktober 2016 wurde dieses Verfahren schließlich eröffnet, die beiden Lkw-Fahrer konnten ihre Ansprüche anmelden. Ihr Geld haben die Männer letztendlich vom Insolvenzausgleichsfonds bekommen – zehn Jahre nach dem Start. „Wir haben in diesem Fall keine Kosten und Mühen gescheut, aber die Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt“, so Kupfner.

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KarlZoech
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Lesenswert?

Und diese für die Menschen so nützlichen und hilfreichen Institution, die Arbeiterkammer,

wollen manche Parteien, so auch die FPÖ, schwächen, indem sie die Pflichtmitgliedschaft abschaffen wollen....

Wer die Pflichtmitgliedschaft abschaffen will, der will definitiv die Vertretung der arbeitenden Menschen schwächen!

Antworten

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