Rottenmann, Schladming, Bad AusseeJeder kämpft um sein Spital

Rottenmanns ÖVP-Bürgermeister ist in Sachen Nachnutzung des Spitals in der Paltenstadt in Sorge. Auch SPÖ-Bundesrat geht mit Landes-Plänen nicht ganz konform.

Zentralspital bleibt weiterhin der Zankapfel © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Wieder einmal gehen im Bezirk Liezen die Wogen hoch. Während in Graz im Rahmen der Gesundheitskonferenz am Mittwoch die Pläne und der Rahmen für die neue Spitalslandschaft in der Region präsentiert wurde, geisterten auf Facebook bereits Informationen über den Standort, Größe und Stationen des neuen Zentralkrankenhauses umher. „Ich weiß nicht mehr, was ich glauben kann. Die Zeitungen wissen sowieso mehr“, meint Rottenmanns Bürgermeister Alfred Bernhard.

Es scheint fix zu sein, dass die drei bestehenden Krankenhäuser in Bad Aussee, Schladming und Rottenmann geschlossen werden und in Trautenfels ein Haus mit rund 200 Betten entsteht. „Ich will niemandem sagen, welches Haus wichtiger ist. Jedes der drei Spitäler hat seine Berechtigung. Nur was tue ich mit meinem Haus? Soll man es mit fünf Hausärzten bespielen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll“, so der Volkspartei-Ortschef Bernhard, der sich übergangen fühlt. „Es ist schon arg, wie man über den größten Bezirk Österreichs drüberfährt. Und die Bevölkerung glaubt uns als Kommunalpolitikern sowieso nichts mehr, egal was wir sagen.“

Auch von Seiten des SPÖ-Bundesrates Mario Lindner gibt es Gegenwind zum geplanten Zentralspital. „Also wenn ich mir die Eckdaten des neuen Hauses anschaue, bin ich der Meinung, dass wir genau das in Rottenmann stehen haben. Das neue Spital kostet aber 300 Millionen Euro. So ist es sicher nicht vernünftig“, meint Lindner, dem – wie er sagt – bewusst ist, dass er in dieser Sache gegen die Landespartei-Linie argumentiert.

Schladmings Ortschef Jürgen Winter spricht von einer „Fehlinvestition“. Der Top-Tourismusort benötigt unbedingt ein „bettenführendes Haus“. Noch dazu, wo das Spital im Skiort recht neu ist. „Man kann das Haus noch 20 Jahre gut führen.“ Die Realisierung eines Gesundheitszentrums – so eines soll am Fuße der Planai entstehen – könne er schwer nachvollziehen.

Bad Aussees Bürgermeister hält fest, dass ein neues Zentralspital ein Gewinn für alle sein müsse. „Ansonsten kann man dem sicher nicht zustimmen, sofern wir gefragt werden“, so Franz Frosch. Nicht weniger wichtig sei die Nachnutzung der dann drei alten Häuser in Rottenmann, Bad Aussee und Schladming. Die drei Gemeinden müssten außerdem gemeinsam auftreten.
Martin Mandl

Kommentare (2)

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BAstattLI
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Bgm Frosch scheint es ja nicht wahnsinnig zu kümmern was mit dem LKH Bad Aussee passiert

Seine Wortmeldung im obigen Artikel lässt nicht danach schließen, als ob er sehr kämpferisch wäre, was das Spital in seiner Gemeinde angeht. Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit für das LKH einzutreten? Und wann, wenn nicht jetzt, könnte man für Bad Aussee das Bestmögliche rausholen? Wenn das LKH Bad Aussee aufgrund eines Zentralspitals in Trautenfels nicht zu halten sein sollte, so sollte man zumindest auf eine möglichst gute Nachnutzung bestehen - vor allem auch mit Fachärzten verknüpft. Die jetzige Situation gehört genutzt - bitte aufwachen, nicht schlafen und verschlafen!

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cleverstmk
1
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Ahnungslose spielen mit der Gesundheit

Es ist einfach ein Wahnsinn, wie hier mit der Gesundheit gespielt wird.
ZB BA: 1 Million Gästenächtigungen zusätzlich zur Bevölkerung
Straßenverhältnisse vor allem im Winter unberechenbar
Lange Wege für das Rote Kreuz = kein Rettungsauto im Ort da!!
Wo kommt der Notarzt her??????
Vieles ist offen und KEIN Gewinn wie ein Hr BGm meint
Vor Jahren hat er noch anders geklungen?????

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