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Milchbauern unter Druck

Der Preis für die Milch ist im Keller: Seit dem Vorjahr gibt's um knapp 10 Cent weniger pro Liter. Seit 2008 haben auch 60 Milchbauern aufgehört.

© AP
 
Kein Aprilscherz: Am 1. dieses Monats 2008 zahlte die Molkerei Stainach den Bauern für einen Liter Milch 41 Cent, ein Jahr später nur mehr 32 Cent. "Dabei ist das österreichweit noch ein Spitzenwert", so die Vertreter der IG-Milch gestern in Stainach bei einer Pressekonferenz. Der inflationsbereinigte Milchpreis in Deutschland liege mittlerweile auf dem Preisniveau von 1946. "Es ist nur eine Frage der Zeit bis diese Entwicklung auch zu uns kommt", so Michael Steiner, Regional-Sprecher der IG-Milch. Für den Preisdruck seien viele Faktoren verantwortlich, besonders die Überproduktion. "Das Problem ist auch, dass man unter Wettbewerbsfähigkeit immer nur versteht, noch mehr zu noch günstigeren Preisen zu produzieren. Keine Frage, dass wir so insgesamt in die falsche Richtung steuern."

Lösungsansatz. Er präsentierte einen regionalen Ansatz, um das Problem einzudämmen. "Jeder Milchbauer hat eine gewisse Quote. So lange er diese einhält, sollte dafür der übliche Milchpreis bezahlt werden, für alles was darüber liegt, der niedrigere Weltmilchpreis." In Salzburg gäbe es dieses Modell bereits, für Steiner ist das vom Ansatz her der richtige Zugang.

Europaweit. Das sieht auch LG-Geschäftsführer Josef Pitzer grundsätzlich so. "Allerdings nur, wenn das europaweit gemacht wird. Diese Maßnahme verpufft, wenn wir das im Ennstal oder auch in Österreich so halten würden. Dadurch ändert sich der Milchpreis um keinen Cent, im Gegenteil, damit würden wir die Bauern vor Ort benachteiligen. Europaweit wäre das aber der richtige Ansatz. Hier könnte die IG-Milch ihren Einfluss geltend machen."

Durch den sinkenden Milchpreis geben immer mehr Landwirte auf: Im Ennstal haben seit dem Vorjahr rund 60 Milchbauern ihren Betrieb eingestellt.

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