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Barbara Frischmuth zu den Themen Toleranz und das Fremde an der HAK Bruck

Die HAK Bruck wird 80. Schriftstellerin Barbara Frischmuth kam zur Lesung und zu einem Workshop rund um die Themen Toleranz, das Fremde, die Angst davor und wie das Miteinander funktionieren kann.

 
So einfach ist es: Fremd ist etwas nur dann, wenn man außerhalb davon steht. Deshalb sollte man sich darauf zubewegen. Das ist Barbara Frischmuths Rezept, um der Angst vor fremden Kulturen zu begegnen. Autoren dieser Kulturen zu lesen, das empfiehlt Frischmuth den Schülern der HAK Bruck, mit denen sie diskutiert: über den Islam, Fremdenangst, Toleranz. Frischmuth ist eine kompetente Gesprächspartnerin. Unter anderem studierte sie an der Atatürk-Universität in Erzurum.

Angst. Emre aus der HAK ist türkischer Herkunft. Woher die Angst kommt? "Schuld sind auch die Plakate, die da draußen hängen." Wahlplakate, mit denen suggeriert wird, dass Ausländer nicht Deutsch lernen wollen. Plakatierte Vorurteile, die alle zu Islamisten stempeln würden, ist Emre überzeugt. Was die Angst der Menschen betrifft, so wirft Frischmuth eine interessante Frage auf. "Was glaubt ihr, warum ist das in Österreich so, in einem der reichsten Länder der Welt?" Stefan hat die Antwort parat. "Weil man Angst hat, den Reichtum zu verlieren." Julia wirft ein, dass es auch Angst macht, wenn man immer wieder von Ehrenmorden liest. Es sei tragisch, meint Frischmuth, aber die meisten Blutverbrechen passieren innerhalb der Familien - auch in österreichischen. "Ich meine, deshalb müssen wir mehr tun, um die Opfer zu schützen."

Brückenbauerin. Behutsam führt Frischmuth die Argumente der Schüler auf einer objektiven Ebene zusammen. Weil die Autorin eine Brückenbauerin zwischen den Kulturen ist, haben die beiden Lehrerinnen und Bibliothekarinnen Sabrina Rauchenwald und Sabine Fuchs Frischmuth zum Schuljubiläum geholt. Die Schüler, die hier in der Runde sitzen, haben sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt - und mit Frischmuths Buch "Vom Fremdeln und vom Eigentümeln", Essays, Reden und Aufsätze über das Erscheinungsbild des Orients. Aus einem einfachen Grund diskutiert Frischmuth mit den Jugendlichen. "Irgendwer muss ja mit ihnen reden. Es heißt oft, die Jugend ist so rechts. Aber sie ist ganz anders."

Eigene Kultur leben. Auch die Angst einiger, die eigene Kultur könne an Bedeutung verlieren, wird von einer Schülerin ins Treffen geführt. "Aber wir müssen unsere Kultur einfach bewahren. Viele beschäftigen sich ja gar nicht mehr damit." Jeder müsse seine Kultur leben dürfen, meint sie noch, aber immer unter Rücksichtnahme auf den anderen. Völlig logisch für Frischmuth, die im Ausseerland lebt, "wo Tracht selbstverständlich ist", wie sie sagt. Aber sie appelliert dafür, sich dem Fremden zu öffnen. Weil sogar das österreichische Wiener Schnitzel ursprünglich aus Mailand kam und der beliebte österreichische Schauspieler Hans Moser Franzose war.

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