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Bernhard Hüttenegger: "Ich war ein bunter Hund"

Zeit für eine erste Bilanz: Bernhard Hüttenegger hat am 27. August seinen 60. Geburtstag gefeiert und legt mit dem "Alphabet der Einsamkeit" sein 20. Buch vor.

 
Zum 60. Geburtstag, den Sie gestern gefeiert haben, ist im Kitab-Verlag Ihr "Alphabet der Einsamkeit" erschienen, ein Notizbuch aus den Jahren 1973 bis 2006. Zeit für eine erste Bilanz?
BERNHARD HÜTTENEGGER: Tatsächlich ist es eine Art Zwischenbilanz oder auch das Gewissensprotokoll eines existenziellen Schriftstellers, der sich vor 35 Jahren für das Leben als freier Autor entschieden hat. Und es ist mein zwanzigstes Buch - da darf man Inventur machen.

Und wie fällt die Bilanz aus?
HÜTTENEGGER: Im Wesentlichen bin ich zufrieden. Ich habe das geschrieben, was ich publizieren wollte, der materielle Erfolg stand dabei nie im Vordergrund. Heute liegt ja die Halbwertszeit für Bücher bei zwei, drei Monaten. Dabei sollte das Buch mehr sein als eine Ware, es sollte ein Begegnungangebot sein.

Gibt es so etwas wie Ihr Lieblingsbuch unter Ihren Werken?
HÜTTENEGGER: Das Lieblingsbuch ist immer das, das in Arbeit ist, das ist der Hoffnungsanker und zu dem kehre ich immer wieder zurück wie eine Kuh zur Tränke.

Welches Buch ist in Arbeit?
HÜTTENEGGER: Mein Arkadien-Projekt, das in zwei Jahren fertig sein soll. Vordergründig ist es ein Reisebuch über Italien, aber eigentlich ist es ein Buch über die Lebenskunst.

Begonnen haben Sie als Mitglied des "Forum Stadtpark" in Graz, später sind Sie nach Kärnten übersiedelt. Warum dieser Bruch?
HÜTTENEGGER: Ich war damals ein bunter Hund, aber in der Grazer Bohème wäre ich untergegangen, hätte im Suff oder am Strick geendet. Der Milieuwechsel von der Stadt Graz in ein Kärntner Dorf war hart, aber mittlerweile ist Kärnten seit 30 Jahren meine Arbeitsheimat.

In der Wiener "Alten Schmiede" hat vor rund einem Jahr Ihre letzte Lesung stattgefunden. Warum tun Sie sich das nicht mehr an?
HÜTTENEGGER: Vor allem aus gesundheitlichen Gründen (Anm.: er leidet unter einer seltenen Muskelkrankheit). Aber Kurt Neumann, der Leiter der "Alten Schmiede", hat die Lesung für sein Archiv aufgezeichnet, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

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