Ein Ja zum ländlichen Lebensraum
Eine illustre Runde aus Kultur und Wirtschaft traf sich auf Einladung der Kulturinitiative "Kürbis Wies" in der weststeirischen Gemeinde. Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Lebensraum Land.
Das Jahresprogramm der Kulturinitiative Kürbis Wies wurde mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema "L(i)ebenswertes Land" gestartet. "Grundsätzlich geht es darum, wie sich im Zeitalter der zunehmenden Verstädterung der Lebensraum Land positionieren kann. Aber vor allem, was können Wirtschaft und Kultur dazu beitragen, die Region zu einem modernen und lebenswerten Raum zu machen", eröffnete Initiator und Moderator Wolfgang Pollanz die Diskussionsrunde.
Wirtschafts- und Kulturlandesrat Christian Buchmann gab gleich zu Beginn ein klares Bekenntnis zu den Regionen ab: "Eine erfolgreiche Wirtschaft ist ein Teil der Lebensqualität, aber nicht alles." Die Kunst habe eine wichtige Vermittlungsfunktion. Vor etwa 35 Jahren lebten zwei Drittel der Menschen weltweit noch auf dem Land. Laut einer UNO-Erhebung lebten jedoch im Jahre 2008 bereits 50 Prozent der Menschen in Städten, 2030 werden es 60 Prozent und 2050 sogar 70 Prozent sein.
Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sei es notwendig, Betriebe in die Region zu bringen und entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Schließlich müsse man der Jugend Perspektiven bieten, ergänzte der Deutschlandsberger Wirtschaftskammer-Obmann Herbert Naderer.
Recht auf Kultur und Kunst
Auf wichtige Faktoren der Lebensqualität verwies Unternehmerin Waltraud Weisi von Sima-Druck. Für die Künstlerin Mia Zabelka habe der Naturraum eine große Bedeutung, wo sie Energie tanke. Und die Menschen auf dem Land hätten Anrecht auf Kultur und Kunst. Das Grundproblem sei die latente, abwertende Haltung und Stellung gegenüber der Kultur auf dem Land, bekrittelte der Künstler Wolfgang Temmel. Dabei bezog er sich unter anderem auf die Vergaberichtlinie der "Regionale". Kritisch merkte Pollanz an: "Die Wirtschaft investiert lieber in Eventkultur und weniger in Kunst im öffentlichen Raum." Doch Kultur könne man nur machen, wenn Geld zur Verfügung stehe.
Die Kürzungen der Förderungen um 25 Prozent seitens des Landes treffe vor allem die Kulturinitiativen auf dem Land, obwohl viele Eigenleistungen erbracht würden.








